12 Sicherheitskräfte für ein sieben Zentimeter zu kurzes Schulgeländer
Anton Huber12 Sicherheitskräfte für ein sieben Zentimeter zu kurzes Schulgeländer
Ein 100 Jahre altes Geländer in einer Frankfurter Schule hat eine ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme ausgelöst. Da das Handlauf nur sieben Zentimeter kürzer ist als von den aktuellen Vorschriften verlangt, postierten Beamte diese Woche zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus. Die Aktion löste Kritik an den Kosten und der Verwendung öffentlicher Gelder aus.
Ausgangspunkt war die Feststellung von Prüfern, dass das Geländer lediglich 103 Zentimeter misst – und damit unter dem Mindestmaß von 110 Zentimetern liegt, das die Muster-Richtlinien über bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen von 2009 vorgeben. Rechtlich ist die Stadt verpflichtet, alle Schulgeländer auf diese Höhe zu bringen, um Unfälle zu vermeiden.
Seit Montag überwachen die Sicherheitskräfte rund um die Uhr den Treppenaufgang, wobei die wöchentlichen Kosten auf 13.700 Euro steigen. Der Einsatz wird auch während der Osterferien fortgesetzt, allerdings sollen die Ausgaben dann auf 5.000 bis 6.000 Euro pro Woche sinken.
Solmaz Heidlindemann, kommissarische Schulleiterin der Einrichtung, bezeichnete die Maßnahme als übertrieben. Sie argumentierte, eine einfache und kostengünstige Lösung hätte das Geländer sichern können, statt Wachen einzusetzen. Ihre Verwunderung über die Entscheidung wuchs, als sie erfuhr, dass Steuergelder den Einsatz finanzieren.
Eine für Montag anberaumte Sitzung soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Dabei werden Optionen geprüft, um das Geländer vorschriftsmäßig anzupassen und gleichzeitig die laufenden Sicherheitskosten zu regeln. Die Stadt bleibt an die Sicherheitsbestimmungen gebunden, was wenig Spielraum für Flexibilität lässt. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, bleiben die Sicherheitskräfte vor Ort. Das Ergebnis der Montagssitzung wird zeigen, wie der Fall gelöst wird – und welche Gesamtkosten letztlich entstehen.






