22.000 Menschen protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Konsequenzen
Anton Huber22.000 Menschen protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Konsequenzen
Große Demonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt – 22.000 Menschen fordern Konsequenzen
Eine Kundgebung in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt zog weit mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer an als erwartet. Die Organisator:innen hatten mit etwa 7.500 Menschen gerechnet, doch rund 22.000 versammelten sich, um Solidarität zu zeigen. Bei der Veranstaltung hielten Betroffene bewegende Reden, darunter die Schauspielerin Collien Fernandes, die kürzlich ihren Ex-Mann der Misshandlung bezichtigt hatte.
Fernandes betrat die Bühne in einer schusssicheren Weste, umgeben von Polizist:innen. Nach ihren öffentlichen Vorwürfen gegen Christian Ulmen hatte sie Todesdrohungen erhalten, doch sie bestand darauf, ihre Stimme zu erheben. Sie erklärte, viele Frauen schweigen aus Angst – und fragte, warum Täter so selten zur Rechenschaft gezogen werden.
Auch andere Frauen auf der Demonstration berichteten von ihren Erfahrungen und betonten, wie verbreitet das Problem nach wie vor ist. Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die ebenfalls bei einer Kundgebung in Berlin gesprochen hatte, forderte Bundeskanzler Olaf Scholz auf, sich an die Seite der Betroffenen zu stellen. Sie warnte, dass die schlimmste Gewalt oft im Verborgenen bleibe und nicht angezeigt werde.
Zum Abschluss der Demonstration skandierte eine Gruppe junger Frauen: "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!" Kurze Zeit später löste sich die Menschenmenge langsam auf.
Die Proteste machten das Ausmaß sexualisierter Gewalt und die Risiken deutlich, denen sich Betroffene aussetzen, wenn sie öffentlich sprechen. Fernandes' Auftritt trotz der Drohungen unterstrich die Dringlichkeit des Themas. Mit 22.000 Teilnehmenden zeigte die Veranstaltung, wie stark der öffentliche Druck für strukturellen Wandel wächst.






