03 April 2026, 06:16

23-Jähriger wegen versuchten Mordes durch Molotowcocktails vor Gericht

Gruppe von Menschen auf einem Feld mit einem Feuer, einige liegen am Boden und andere stehen drumherum, umgeben von Bäumen und einem Haus im Hintergrund, mit Text 'Die Massaker von Contreras' unten.

23-Jähriger wegen versuchten Mordes durch Molotowcocktails vor Gericht

Ein 23-jähriger Mann, Tobias K., muss sich derzeit vor dem Landgericht Hechingen wegen versuchten Mordes verantworten. Die Anklage bezieht sich auf eine Serie von Brandanschlägen mit Molotowcocktails im Oktober vergangenen Jahres in Leibertingen, Baden-Württemberg. Die Staatsanwaltschaft geht von einem linksextremistischen Motiv aus.

Im Mittelpunkt des Prozesses stehen die Ereignisse vom Oktober 2023, als Tobias K. einräumte, mehrere Molotowcocktails gezündet zu haben. Bei einem der Anschläge geriet ein Fahrzeug in Brand, das der Lebensgefährtin von Michael K. gehörte – einem Unternehmer und ehemaligen lokalen AfD-Politiker. Als Michael K. versuchte, die Flammen zu löschen, erlitt er Verbrennungen an den Füßen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Tobias K. allein handelte und von linksextremistischem Gedankengut angetrieben wurde. Gegenüber den Behörden gab er später an, durch AfD-Parolen auf einem Fahrzeug provoziert worden zu sein. Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart stuft den Fall als politisch motivierte Extremismustat ein.

Noch in derselben Nacht warf Tobias K. einen weiteren Molotowcocktail auf ein Wohnhaus, in dem sechs Menschen schliefen. Die Anklage wirft ihm vor, billigend in Kauf genommen zu haben, dass diese sterben könnten. Zudem soll er ein drittes Brandgerät auf Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr geschleudert haben, die zum Tatort eilten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Während der Verhandlung verlas der Verteidiger von Tobias K. eine Erklärung des Angeklagten, in der dieser Bedauern über seine Taten äußerte und den Wunsch äußerte, sich zu entschuldigen. Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte April gerechnet.

Seit 2020 gab es in Baden-Württemberg keine weiteren offiziell erfassten linksextremistischen Brandanschläge mit politischem Hintergrund.

Mitte April wird das Verfahren mit der Urteilsverkündung abgeschlossen. Bei einer Verurteilung drohen Tobias K. schwere Strafen wegen versuchten Mordes und Gefährdung von Menschenleben. Der Prozess markiert den ersten dokumentierten Fall linksextremistischer Brandgewalt in der Region seit über drei Jahren.

Quelle