05 June 2026, 19:10

40 Jahre Junge Freiheit: Wie Dieter Stein seine Zeitung gegen alle Widerstände führte

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Wie Dieter Stein seine Zeitung gegen alle Widerstände führte

Dieter Stein, Gründer und Chefredakteur der Jungen Freiheit, hat das 40-jährige Jubiläum der Zeitung mit einer Mischung aus Trotzigkeit und Reflexion begangen. Die 1986 als konservative Stimme gestartete Publikation sah sich über Jahrzehnte hinweg Kontroversen, Angriffen und finanziellen Herausforderungen ausgesetzt – doch Stein betont, sie bleibe unabhängig und aus eigener Kraft finanziert.

Die Junge Freiheit begann 1986 bescheiden: Die erste Ausgabe wurde in nur 400 Exemplaren gedruckt, die Stein in einer Pappkiste mit dem Fahrrad nach Hause transportierte – ein bescheidener Anfang im Vergleich zum späteren Einfluss der Zeitung. In den frühen Jahren prägte Steins Frustration über die Dominanz linker Strömungen in Medien und Wissenschaft die Ausrichtung des Blattes, das sich bewusst gegen die politische Linke positionierte.

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Der Umzug der Redaktion von Freiburg nach Berlin in den 1990er-Jahren erfolgte noch vor dem Regierungswechsel in die wiedervereinte Hauptstadt. Der Schritt stieß auf heftigen Widerstand, der bis zu gewalttätigen Übergriffen reichte. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt – ein Vorfall, der ihn über das Kommende grübeln ließ. Die Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) belastete zudem das Verhältnis zu Politikern, Werbekunden und Lesern.

Trotz hartnäckiger Gerüchte weist Stein jede finanzielle Verbindung zur rechtspopulistischen AfD zurück und betont, die Junge Freiheit finanziere sich allein über Verkäufe und Anzeigen. Er bezeichnet sich selbst als Konservativen, der sich an Werten wie Familie, Glaube und Nation orientiert, und lehnt Etikettierungen wie „Neue Rechte“ ab. Zum 40-jährigen Jubiläum sah er sich auch kritischen Fragen seines eigenen Social-Media-Teams ausgesetzt, blieb jedoch unbeugsam. Noch immer, so Stein, gebe es genug Stoff, um den Status quo herauszufordern.

Stein setzt sich zudem für die Landesverteidigung ein – einschließlich der Vorstellung, dass sein Sohn notfalls zur Bundeswehr gehen könnte. Seine Haltung spiegelt die Überzeugung wider, das Land in Krisenzeiten schützen zu müssen.

Vier Jahrzehnte politischer Kämpfe, finanzieller Engpässe und physischer Bedrohungen hat die Junge Freiheit überstanden. Unter Steins Führung hat sich die Zeitung ohne externe Abhängigkeiten behauptet. Als polarisierende, aber beharrliche Stimme bleibt sie ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.

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