BAföG-Reform droht Verzögerung – doch ein KI-Chatbot soll Studierenden helfen
Jana SimonBAföG-Reform droht Verzögerung – doch ein KI-Chatbot soll Studierenden helfen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat die Erwartungen an eine schnelle Reform des deutschen Schüler- und Studentenförderwerks BAföG gedämpft. Zwar war die geplante Neugestaltung für das Wintersemester 2026/27 vorgesehen, doch Haushaltskürzungen könnten die Umsetzung nun verzögern. Stattdessen kündigte sie zügigere Änderungen in einem anderen zentralen Bereich an: dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz.
Bär räumte ein, dass finanzielle Zwänge die BAföG-Reform vorerst auf Eis legen könnten. Die Situation sei nachvollziehbar, angesichts der allgemeinen Sparbemühungen. Dennoch betonte sie, dass Studierende in Deutschland bereits jetzt gut unterstützt würden – etwa durch gebührenfreie Hochschulen und staatlich finanzierten Zugang zu Bildung.
Die Ministerin relativierte zudem Bedenken hinsichtlich studienbegleitender Nebenjobs. Aus ihrer Sicht stelle die Vereinbarkeit von Arbeit und Studium keine übermäßige Belastung dar. Gleichzeitig bestätigte sie, dass ein Entwurf zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes bereits in Abstimmung mit den Bundesländern und relevanten Akteuren sei.
Als kurzfristige Verbesserung für BAföG-Nutzer soll demnächst ein KI-gestützter Chatbot auf dem Portal bafoeg-digital eingeführt werden. Das Tool, dessen Start noch in diesem Jahr geplant ist, wird Anwender durch die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und die Antragsstellung begleiten. Zudem wird es an den bestehenden BAföG-Rechner angebunden und bietet anonymisierte, unverbindliche Schätzungen zur möglichen Förderung.
Während die für 2026 geplante BAföG-Reform aufgrund von Haushaltsengpässen in der Schwebe hängt, soll der Chatbot Antragstellern sofortige Hilfe bieten. Die Änderungen am Wissenschaftszeitvertragsgesetz hingegen nehmen konkrete Formen an – die Gespräche mit den Beteiligten laufen bereits.






