17 March 2026, 00:37

Bremen feiert das historische Schaffermahl mit maritimem Flair und Tradition

Eine Schachtel Austern auf einem Tisch mit zwei Papieren vom Zoologisch Museum in Amsterdam daneben.

Pinkel und Pfeife - Ein besonderes Mahl wie vor 480 Jahren - Bremen feiert das historische Schaffermahl mit maritimem Flair und Tradition

Bremen feiert erneut das historische Schaffermahl im Rathaus

Rund 300 Gäste, darunter Schiffskapitäne, Kaufleute und internationale Würdenträger, versammelten sich in der Bremer Rathaushalle zum traditionellen fünfstündigen Festmahl. Die diesjährige Ausgabe der Schaffermahlzeit schrieb ein weiteres Kapitel einer seit 1545 ungebrochenen Tradition fort – mit der Besonderheit, dass jeder Gast nur einmal im Leben daran teilnehmen darf.

Veranstaltet wurde der Abend von der Stiftung Haus Seefahrt, deren diesjährige Schaffer – die Organisatoren und Mäzene des Festes – Dirk Zeppenfeld, Nadine Kloska und Dirk Rogge waren. Das Menü bot klassische Seefahrergerichte wie Hühnerbrühe, Stockfisch und Rigas Ostseedorsch, begleitet vom Seefahrtsbier, einem speziell für die Veranstaltung gebrauten dunklen Bier.

Ein fester Bestandteil des Rituals ist das Rauchen langer weißer Tonpfeifen – eine Tradition, die auch in diesem Jahr gepflegt wurde. Zu den Gästen zählte Vincent Clerc, Vorstandsvorsitzender der Reederei Maersk, der als Ehrengast eine Rede hielt. Darin betonte er die Bedeutung des maritimen Handels als Brücke zwischen Kulturen und Volkswirtschaften weltweit.

Als besondere Gastgeberin der Bremer Bürgermeisterin nahm Bundesarbeitsministerin Barbara Bas (SPD) teil und verlieh der Veranstaltung politisches Gewicht. Seit 2015 ist das Festmahl auch für Frauen geöffnet und hat sich damit über den traditionellen Kreis männlicher Kapitäne und Kaufleute hinaus erweitert. Die Erlöse des Abends fließen in die Arbeit der Stiftung Haus Seefahrt, die Seeleute, deren Familien und bedürftige Nautikstudenten unterstützt.

Die Schaffermahlzeit zählt zu den ältesten durchgehend abgehaltenen Festen der Welt und verbindet jahrhundertealte Bräuche mit moderner Teilhabe. Die diesjährige Ausgabe unterstrich ihre Doppelfunktion als Feier des maritimen Erbes und als Spendenaktion für die Schifffahrtsgemeinschaft. Die Stiftung bleibt auf die Einmaligkeit dieser Tradition und die Großzügigkeit ihrer Gäste angewiesen, die das Fest nur einmal im Leben erleben dürfen.

AKTUALISIERUNG

Von 1545 bis 2023: Wie das Schaffermahlzeit die Moderne umarmte

Die Feier von 2026 setzt eine Tradition fort, die sich über Jahrhunderte angepasst hat. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Die Rückkehr zum Bremer Rathaus im Jahr 1952 nach einer 13-jährigen Pause, die die 408. Ausgabe markierte.
  • Die Öffnung für Frauen im Jahr 2015, gefolgt von Janina Marahrens-Hashagen, die 2023 die erste weibliche Mitorganisatorin wurde.
  • Ein vollständiges sechs-gängiges Menü seit dem 16. Jahrhundert, einschließlich Bremer Hühnersuppe und Rigaer Butt, das seit der Gründung im Jahr 1545 erhalten geblieben ist.