08 April 2026, 00:21

Bühnenarbeiter:innen bei 36 Stage XL kämpfen gegen prekäre Verträge und Lohnausfälle

Plakat mit Cantus Collin und Konrad Junghänel, Text über das Konzert-Event.

Bühnenarbeiter:innen bei 36 Stage XL kämpfen gegen prekäre Verträge und Lohnausfälle

Beschäftigte der Berliner Bühnenbaufirma 36 Stage XL kämpfen gegen prekäre Arbeitsbedingungen

Arbeitnehmer:innen der Berliner Firma 36 Stage XL, die auf Bühnenbau und -management spezialisiert ist, haben sich zusammengeschlossen, um gegen unsichere Beschäftigungsverhältnisse vorzugehen. Mitarbeiter wie der Bühnenarbeiter Vojta C. und German Garcia werfen dem Unternehmen vor, keine fairen Verträge, Arbeitsplatzsicherheit oder angemessene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu gewährleisten. Ihr Kampf erhält nun Unterstützung von der basisdemokratischen Gewerkschaft FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union).

Vojta C. begann seine Tätigkeit bei 36 Stage XL mit einem Minijob-Vertrag und einer festen Anzahl wöchentlicher Schichten. Nach einer Krankheit, die ihn mehrere Wochen arbeitsunfähig machte, stellte er fest, dass das Unternehmen ihm die ausgefallenen Einsätze nicht bezahlte. Erst nach einer Klage erhielt er seinen Lohn nachträglich – doch der Konflikt führte dazu, dass er deutlich weniger Aufträge erhielt. Später einigte er sich vor Gericht auf eine Abfindung.

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Auch German Garcia erlebte ähnliche Probleme. Als Bühnenarbeiter mit befristetem Vertrag hatte er keine Garantie auf regelmäßige Schichten oder Mindeststunden. Als er krankheitsbedingt ausfiel, blieb auch ihm die Bezahlung verwehrt, was seine finanzielle Not verschärfte.

Als Reaktion gründeten die Beschäftigten eine Betriebsgruppe innerhalb der FAU, um für unbefristete Verträge, die Einhaltung gesetzlicher Standards und sichere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Die Gewerkschaft ließ zudem die Beschäftigungspraktiken des Unternehmens rechtlich prüfen. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, starteten sie die Online-Kampagne «Stage Workers United», die über Arbeitsrechte und Arbeitsschutz informiert.

Das von der FAU unterstützte Vorhaben zielt darauf ab, faire Bedingungen für die Bühnenarbeiter:innen bei 36 Stage XL durchzusetzen. Während in Einzelfällen bereits rechtliche Schritte eingeleitet wurden, fordert die Kampagne nun grundlegende Veränderungen bei Verträgen und Arbeitsschutzregelungen. Der Ausgang des Konflikts könnte richtungsweisend für prekär Beschäftigte in Berlins Veranstaltungsszene werden.

Quelle