19 March 2026, 20:16

CDU in der Krise: Merz' Kurswechsel spaltet Partei und entfacht Migrationsstreit in der EU

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die historische politische Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

CDU in der Krise: Merz' Kurswechsel spaltet Partei und entfacht Migrationsstreit in der EU

Die Spannungen innerhalb der deutschen CDU nehmen zu, da Parteichef Friedrich Merz seine politische Haltung verändert. Einst eine scharfe Kritikerin Angela Merkels, scheint er sich nun zunehmend mit ihrem Erbe zu arrangieren – während er gleichzeitig mit EU-Partnern über die Migrationspolitik aneinandergerät. Der Streit kommt zu einer Zeit, in der rechtsextreme Parteien in Kommunalwahlen an Zuspruch gewinnen und die politische Landschaft umformen.

Aktuelle Entwicklungen zeigen zudem eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen CDU/CSU und rechtspopulistischen Kräften im Europäischen Parlament, was bei deutschen Politikern auf scharfe Kritik stößt.

Der Konflikt eskalierte, nachdem Abgeordnete der Europäischen Volkspartei (EVP), darunter auch CDU/CSU-Mitglieder, mit rechtspopulistischen Gruppen zusammenarbeiteten, um Maßnahmen zur Durchsetzung von Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zu blockieren. Berichten zufolge gab es eine WhatsApp-Gruppe sowie persönliche Treffen mit Beteiligung der AfD-Politikerin Mary Khan und Vertretern von Marine Le Pens Rassemblement National. Gemeinsam setzten sie sich für ein Gesetz zu "Rückkehrzentren" außerhalb der EU ein und schwächten Vorschriften für Lieferketten ab.

Merz reagierte mit einem Angriff auf Manfred Weber, den Fraktionsvorsitzenden der EVP, und forderte Konsequenzen für dessen Handeln. Doch beim jüngsten CDU-Parteitag lobte Merz ausgerechnet Angela Merkel – ein deutlicher Kontrast zu seiner früheren scharfen Kritik. Dieser Kurswechsel bringt ihm Vorwürfe ein, er schwenke nun auf die Linie des "rot-grünen Establishments" um, statt Reformen voranzutreiben.

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Unterdessen verdoppelte die AfD bei Kommunalwahlen in Bayern und Hessen ihre Unterstützung, was auf einen breiteren politischen Wandel hindeutet. Die traditionelle "Brandmauer" der CDU/CSU – die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien ausschließt – bröckelt zunehmend, und es wird erwartet, dass weitere Kommunen diese Linie aufgeben. Der schwedische Demokrat Charlie Weimers kritisierte die deutsche Haltung mit den Worten, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauer-Logik in Geiselhaft genommen werden".

Die SPD warnte bereits, sie werde jede EU-Resolution zur Migration "verzögern oder verwässern", was Befürchtungen nährt, dass Merz' angekündigte Reformen scheitern könnten. Die Unionsführung könnte dem Druck von links nachgeben und damit das mühsam errungene Einvernehmen in der Migrationspolitik gefährden.

Die sich wandelnde Position der CDU/CSU innerhalb der EVP unterstreicht eine wachsende Annäherung an rechtspopulistische Kräfte. Angesichts der Erfolge der Rechten bei Kommunalwahlen und der sich vertiefenden inneren Zerrissenheit bleibt die künftige Ausrichtung der Partei ungewiss. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich dies auf die deutsche Politik und die EU-Migrationsdebatte auswirken wird.

Quelle