Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete
Anton HuberIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete
Jedes Jahr am 21. März erinnert ein Gedenkgottesdienst an den "Tag von Potsdam" – einen Schlüsselmoment der deutschen Geschichte. Das Ereignis von 1933 markierte den Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Herrschaft. Im Mittelpunkt stand die Garnisonkirche, wo sich der inzwischen berüchtigte Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg ereignete.
Am 21. März 1933 traf der neu ernannte Reichskanzler Adolf Hitler in der Potsdamer Garnisonkirche auf Präsident Paul von Hindenburg. Ihr öffentlicher Händedruck wurde zu einem prägenden Bild – ein Symbol für die vermeintliche Einheit zwischen der alten konservativen Elite und der aufstrebenden NS-Bewegung. Historiker betrachten diesen Tag heute als Geburtsstunde des Dritten Reiches, der den Wandel von der Demokratie zur Diktatur besiegelte.
Die Garnisonkirche selbst entwickelte sich später zu einem umstrittenen Symbol. Nicht im Krieg zerstört, sondern 1968 auf Anordnung der DDR-Führung unter Walter Ulbricht abgerissen, blieben ihre Ruinen jahrzehntelang bestehen. Erst in den 2000er-Jahren begannen Wiederaufbauarbeiten, nachdem der Kirchenvertreter Wolfgang Huber 2004 die Initiative "Aufruf aus Potsdam" ins Leben gerufen hatte. Der wiedererrichtete Turm beherbergt heute die Ausstellung Glaube, Macht und Militär, die die Rolle der Kirche in der deutschen Geschichte kritisch aufarbeitet.
Trotz der Fertigstellung stößt die Rekonstruktion der Kirche auf scharfe Kritik. Gegner argumentieren, dass die Wiederherstellung eines Ortes, der so eng mit dem "Tag von Potsdam" verbunden ist, eine dunkle Phase der nationalen Vergangenheit verherrlichen könnte.
Der jährliche Gedenkgottesdienst am 21. März sorgt dafür, dass dieser Tag ein Anlass zur Reflexion bleibt. Die Garnisonkirche, einst Kulisse nationalsozialistischer Propaganda, dient heute als Ort der historischen Aufarbeitung. Ihre Ausstellungen und die jährlichen Gedenkveranstaltungen halten die Lehren von 1933 im öffentlichen Bewusstsein wach.






