03 April 2026, 10:18

Deutsche Konzerne setzen wieder auf strenge Präsenzpflicht – doch Mitarbeiter zweifeln

Großer offener Büroraum mit Schreibtischen, Stühlen, Computern, Monitoren, Tastaturen, Papieren, Büchern, Kartons, hängenden Kleidungsstücken, wandmontierten Tafeln mit Text und Bildern, Deckenleuchten und Glasfenstern im Hintergrund.

Deutsche Konzerne setzen wieder auf strenge Präsenzpflicht – doch Mitarbeiter zweifeln

Immer mehr deutsche Unternehmen kehren zu strengen Präsenzregeln zurück

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Nach Jahren flexibler Arbeitsmodelle führen immer mehr deutsche Unternehmen wieder verbindliche Bürotage ein. Konzern wie Vodafone, SAP und Volkswagen verlangen von ihren Mitarbeitenden nun festgelegte Anwesenheitstage im Büro. Die Wende folgt auf die gelockerten Regelungen während der Pandemie – doch nicht alle Beschäftigten sind überzeugt, dass Präsenz die Produktivität steigert.

Seit 2023 haben zahlreiche Großunternehmen verbindliche Büroquoten wieder eingeführt. Zwar gibt es keine offiziellen Statistiken, doch Umfragen der Personalplattform StepStone und des Beratungsunternehmens Ratbacher deuten darauf hin, dass große Arbeitgeber – darunter die Deutsche Bank, Siemens und der Otto-Konzern – vermehrt auf Präsenzarbeit setzen. Viele Führungskräfte scheinen dabei Sichtbarkeit höher zu gewichten als tatsächliche Ergebnisse.

Eine Erhebung des Jobportals Indeed aus dem Jahr 2026 ergab, dass 55,9 Prozent der Beschäftigten glauben, ihre Vorgesetzten legten mehr Wert auf die physische Anwesenheit am Schreibtisch als auf messbare Leistungen. Einige Mitarbeitende geben sogar zu, Produktivität vorzutäuschen: 27,7 Prozent stellen ihren Status manuell auf "verfügbar", während sie im Homeoffice arbeiten, und 25,4 Prozent bleiben länger im Büro – einfach weil ihr Chef oder ihre Chefin noch nicht gegangen ist. Gleichzeitig würden 66,2 Prozent eine Gehaltskürzung von fünf Prozent in Kauf nehmen, wenn ihre Leistung ausschließlich an Ergebnissen und nicht an Büropflicht gemessen würde.

Die Rückkehr ins Büro wirft auch praktische Fragen auf. Fast die Hälfte der Beschäftigten (47,3 Prozent) sagt, dass kürzere Anfahrtswege oder Zuschüsse für den ÖPNV die Büropflicht erträglicher machen würden. Trotz der Kritik halten die Unternehmen jedoch an den strengen Präsenzregeln fest.

Der Trend zu verpflichtenden Bürotagen ist deutlich – vor allem große deutsche Konzerne geben die Richtung vor. Doch viele Mitarbeitende zweifeln daran, dass physische Anwesenheit die Arbeitsqualität tatsächlich verbessert. Die Debatte zwischen Flexibilität und Sichtbarkeit zeigt bisher keine Anzeichen einer Entspannung.

Quelle