06 May 2026, 18:16

Deutsche YouTuber wegen Islam-Kritik in rechtlicher Grauzone

Plakat für eine Radiosendung namens "Die Stimme der liberalen Muslime", das Bilder von Menschen mit Kopfhörern und Mikrofonen in einem Gespräch zeigt.

Deutsche YouTuber wegen Islam-Kritik in rechtlicher Grauzone

Zwei deutsche christliche YouTuber stehen wegen ihrer Islam-Kritik in einem im vergangenen Jahr hochgeladenen Video unter strafrechtlicher Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft Hamburg leitete die Ermittlungen im Februar 2025 ein, um zu prüfen, ob ihre Äußerungen gegen geltendes Recht verstoßen.

Der Fall hat eine Debatte über die Meinungsfreiheit ausgelöst, wobei Unterstützer behaupten, die Ermittlungen zielten ungerechtfertigt auf religiöse Äußerungen ab.

Niko und Tino betreiben den YouTube-Kanal Ewiges Leben, der sich mit Christentum, Glauben und gesellschaftlichen Themen beschäftigt. 2024 veröffentlichten sie ein Video mit dem Titel Der Islam ist nicht Frieden, in dem sie islamischen Lehren vorwarfen, in Deutschland Antisemitismus zu fördern.

Das Video enthielt Aufnahmen von Protesten, bei denen Personen zu Hass gegen Israel aufstachelten oder Anschläge feierten. Einer der YouTuber, Tino, erklärte darin, der Islam und die Botschaft dahinter brächten nur Hass, Macht und Mord und stünden für keinen Frieden, keine Freude und kein Leben. Die Behörden prüfen nun, ob diese Aussagen gegen Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs verstoßen, der die Beleidigung religiöser Gruppen oder die Störung des öffentlichen Friedens unter Strafe stellt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Bundesvorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung, Holger Clas, kritisierte die Ermittlungen und argumentierte, die YouTuber hätten ein Recht auf Meinungsfreiheit. Nikos Anwalt, Marco Wingert, forderte die Einstellung des Verfahrens und betonte, das Video drücke lediglich christliche Überzeugungen aus. Gleichzeitig werfen Kritiker der Untersuchung vor, das deutsche Rechtssystem wende bei religiösen Äußerungen unterschiedliche Maßstäbe an.

Die Ermittlungen dauern an, während Juristen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz religiöser Gruppen diskutieren. Bei einer Verurteilung drohen den YouTubern Strafen nach deutschem Recht.

Das Ergebnis könnte präzedenzwirksam für die Behandlung ähnlicher Fälle in der Zukunft sein.

Quelle