07 June 2026, 14:13

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert nun Strafen

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert nun Strafen

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung von Gesetzen zur Lohntransparenz verpasst und verstößt damit seit Montag gegen europäische Vorschriften. Die Reformen sollten die Lohnungleichheit bekämpfen, indem sie Arbeitnehmern mehr Informationen über Gehälter zugänglich machen. Nach den neuen EU-Standards können Beschäftigte nun durchschnittliche Vergütungsdaten für vergleichbare Positionen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, anfordern.

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Ursprünglich hätte Deutschland die Änderungen bis zum 7. Juni 2026 umsetzen müssen. Die Regeln verlangen von Arbeitgebern, Startgehälter in Stellenausschreibungen anzugeben, und verbieten Fragen zu früheren Einkommen. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern müssen zudem regelmäßig über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede berichten.

Die Europäische Kommission könnte nun rechtliche Schritte gegen Deutschland einleiten, weil das Land die Frist nicht eingehalten hat. Gleichzeitig verhandelt Deutschland mit seinen EU-Partnern über eine Anpassung des Zeitplans und des Umfangs der Reformen. Die ersten Berichtspflichten und Offenlegungsrechte in Deutschland werden nun voraussichtlich erst im Juni 2028 in Kraft treten.

Aktuelle Zahlen zeigen eine erhebliche Lohnlücke in Deutschland: Frauen verdienen hierzulande 15,6 % weniger pro Stunde als Männer – ein höherer Wert als der EU-Durchschnitt von 11,1 %, wie aus den Eurostat-Daten von 2024 hervorgeht.

Durch die Verzögerung müssen deutsche Arbeitnehmer länger auf klarere Gehaltsinformationen warten. Sollte die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten, drohen Deutschland Strafen. Die neuen Regeln zielen zwar auf eine Verringerung der Lohnungleichheit ab, doch ihr voller Effekt hängt davon ab, wann und wie sie schließlich eingeführt werden.

Quelle