Deutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – doch Experten zweifeln am Erfolg
Anton HuberDeutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – doch Experten zweifeln am Erfolg
Deutschland drängt auf den Kauf von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk aus den USA im Rahmen einer umfassenderen Initiative zur Stärkung seiner militärischen Fähigkeiten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über eine mögliche Verringerung der US-Truppenpräsenz in Europa. In Berlin bemüht man sich nun, langstreckenfähige Raketensysteme zu beschaffen, über die der Kontinent derzeit nicht verfügt.
Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass die Bundesregierung drei Startanlagen sowie rund 400 Tomahawk-Marschflugkörper der Version Block VB erwerben möchte. Die deutsche Regierung hat signalisiert, bereit zu sein, einen Aufpreis zu zahlen, um die Lieferung zu beschleunigen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass der Kauf verfügbarer Systeme weiterhin aktiv geprüft werde.
Verteidigungsminister Boris Pistorius wird in Kürze nach Washington reisen, um über den möglichen Verkauf zu verhandeln. Deutschland hofft, die USA nicht nur für die Tomahawks, sondern auch für die bodengebundenen Startanlagen vom Typ Typhon zu gewinnen. Derzeit verfügt kein europäisches Land über landgestützte Langstreckenraketen, obwohl Großbritannien und Frankreich see-gestützte Varianten einsetzen.
Doch bleibt Skepsis. Carlo Masala, Professor für internationale Politik, argumentiert, dass Deutschlands Bemühungen um die Tomahawks voraussichtlich scheitern werden. Die Dringlichkeit der Berliner Pläne spiegelt die größeren Befürchtungen wider, dass sich in Europa Lücken in der Verteidigung auftun könnten, falls die militärische Unterstützung der USA nachlässt.
Sollte der Deal genehmigt werden, wäre dies ein bedeutender Schritt in Deutschlands Bestrebungen, eine kritische Lücke in der Landesverteidigung zu schließen. Die Bereitschaft, einen höheren Preis zu zahlen, unterstreicht, wie ernst die Bundesregierung den Bedarf an Langstrecken-Schlagfähigkeiten nimmt. Das Ergebnis der Gespräche Pistorius’ in Washington wird entscheiden, ob der Plan vorankommt.






