EU-Methanverordnung wackelt: Warum Ausnahmen die Klimaziele gefährden könnten
Jana SimonEU-Methanverordnung wackelt: Warum Ausnahmen die Klimaziele gefährden könnten
EU-Methanverordnung unter Druck: Debatte um mögliche Ausnahmen
Seit August 2024 ist die Methanverordnung der EU in Kraft – doch nun gerät sie wegen möglicher Ausnahmeregelungen unter Druck. Unternehmen sind verpflichtet, Methanlecks entlang ihrer gesamten Lieferkette zu messen und zu reduzieren, andernfalls drohen Strafen. Doch Forderungen nach einer Lockerung der Vorschriften haben unter Politikern und Wirtschaftskreisen eine Kontroverse ausgelöst.
Die Verordnung zwingt Konzerne, darunter auch US-amerikanische Gasexporteure, ihre Methanemissionen bei der Förderung drastisch zu senken, wenn sie auf dem europäischen Markt verkaufen wollen. Verstöße können mit Bußgeldern, der Einziehung von Gewinnen oder öffentlichen Warnungen geahndet werden. Allerdings könnte die Umsetzung der Regeln bis nach der Heizsaison verschoben werden – ohne klare Frist für die Ausnahmen.
Ein durchgesickertes internes Papier, das Ausnahmen vorschlägt, stieß auf scharfe Kritik. Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus bezeichnete es als katastrophales Signal und warf der EU vor, sich dem Druck der USA zu beugen. Schon unter der Trump-Administration hatte Washington gefordert, die Verordnung abzuschwächen oder ganz fallen zu lassen.
Der Branchenverband Eurogas drängt auf mildere Regelungen und argumentiert, diese könnten die Gasversorgung gefährden. Auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche äußerte Bedenken und warnte, die Verordnung könnte die Gassicherheit bedrohen. Die Europäische Kommission hat jedoch bisher nicht definiert, was als Krise gilt, um Ausnahmen zu rechtfertigen.
Die Methanverordnung bleibt zwar bestehen, doch ihre Durchsetzung könnte unter unklaren Bedingungen gelockert werden. Unternehmen müssen sich weiterhin daran halten – es sei denn, es werden Ausnahmen gewährt. Das Fehlen strenger Kriterien lässt Raum für Diskussionen darüber, wie und wann die Regeln tatsächlich greifen.






