Ex-Beamter nach Zeitbetrug und Corona-Protesten entlassen: Ein Fall voller Widersprüche
Anton HuberEx-Beamter nach Zeitbetrug und Corona-Protesten entlassen: Ein Fall voller Widersprüche
Lucian Michaelis, ehemaliger leitender Handelsaufseher in Sachsen-Anhalt, wurde 2024 nach einem langen Rechtsstreit entlassen. Seine Kündigung folgte auf Vorwürfe wegen Zeitbetrugs und seiner Beteiligung an Anti-Corona-Protesten. Der Fall sorgte zudem für Aufmerksamkeit, da sich seine Familie öffentlich gegen die Pandemie-Maßnahmen stellte.
Michaelis arbeitete bis zu seiner Entlassung beim Landesamt für Verbraucherschutz. Kritik gab es, weil er sich aus religiösen und medizinischen Gründen gegen eine Impfung entschied. Seine Teilnahme an einem Fackelmarsch im Februar 2022 in Halberstadt befeuerte die Kontroverse weiter – manche stempelten ihn als rechtsextrem ab.
Gerichte wiesen später die Hauptvorwürfe gegen ihn zurück, bestätigten jedoch den Vorwurf des Zeitbetrugs. Trotz seiner Berufungen erklärte das Verwaltungsgericht Halle die Entlassung für rechtmäßig. Sein Vater, Martin Michaelis, ein Pfarrer aus Quedlinburg, hatte ebenfalls öffentlich die Pandemie-Politik kritisiert und kandidierte für den Stadtrat auf der Liste der AfD.
2025 veröffentlichte Martin Michaelis eine Anthologie mit dem Titel „Mut zur Abweichung: Stimmen des ‚Keine Alternative‘-Widerstands“. Sowohl Vater als auch Sohn, tief in der lutherischen Tradition verwurzelt, hatten sich wiederholt gegen Corona-Beschränkungen aufgelehnt.
Das Verfahren endete mit dem Verlust von Michaelis’ Beamtenstatus. Die Entscheidung stützte sich auf den Zeitbetrug, während weitere Vorwürfe fallen gelassen wurden. Sein Fall bleibt mit den größeren Debatten über Pandemie-Politik und öffentlichen Widerspruch verknüpft.






