19 March 2026, 20:17

Gasspeicher auf Rekordtief: Droht Deutschland im Winter 2026 eine Energiekrise?

Eine Liniengrafik, die die Leistungsniveaus während der Stromkrise in Texas 2021 zeigt, mit Farben, die verschiedene Leistungsniveaus darstellen, und begleitendem erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Gasspeicher auf Rekordtief: Droht Deutschland im Winter 2026 eine Energiekrise?

Gasspeicher in Deutschland auf besorgniserregend niedrigem Stand – Sorgen vor dem Winter wachsen

Die Gasreserven in Deutschland sind auf alarmierend niedrige Werte gesunken und wecken Befürchtungen vor dem bevorstehenden Winter. Stand 14. März 2026 liegen die Bestände bei nur noch 21,99 Prozent – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies warnte vor einer Verschärfung der Energiekrise und forderte umgehende Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Aktuell lagern in den Gasspeichern etwa 55 Terawattstunden (TWh) – deutlich unter der Füllstandsquote von 44 Prozent, die zur gleichen Zeit im Vorjahr verzeichnet wurde. Prognosen zufolge könnte der Wert bis Ende März auf 13,1 Prozent fallen und damit fast den Tiefststand des vergangenen Winters (23 Prozent) unterschreiten. Die Bundesregierung hat bereits reagiert und die Mindestfüllvorgaben gesenkt: Für Februar wurde die Pflichtquote von 40 auf 30 Prozent reduziert, für November von 90 auf 80 Prozent. Bundesministerin Katherina Reiche setzt stattdessen auf marktgetriebene Lösungen und den Import über LNG-Terminals für den Winter 2024/25.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Lies kritisierte diesen Kurs scharf und bezeichnete die alleinige Abhängigkeit von Importen als riskant. Er betonte die Notwendigkeit, die Bezugsquellen zu diversifizieren – etwa durch norwegisches und niederländisches Gas – und drängte auf den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Zudem warnte der Ministerpräsident, dass die Spannungen mit dem Iran die globalen Energiemärkte destabilisieren könnten. Vor diesem Hintergrund werde die Förderung heimischer Ressourcen, etwa von Nordsee-Gas, immer wichtiger.

Doch nicht nur die Gasversorgung bereitet Sorgen: Lies nahm auch die explodierenden Spritpreise in den Blick und forderte die Mineralölkonzerne auf, für stabilere Kosten zu sorgen. Eine Rückkehr zur Kernenergie lehnte er als unrealistisch ab – dies würde sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft verunsichern. Stattdessen müsse die Bundesregierung alle denkbaren Szenarien durchspielen und Gegenmaßnahmen erarbeiten, bevor sich die Engpässe weiter verschärfen.

Mit schrumpfenden Speicherbeständen und dem nahenden Winter steht Deutschland unter zunehmendem Druck, die Energieversorgung zu sichern. Lies' Forderungen nach Diversifizierung, Ausbau der LNG-Kapazitäten und heimischer Förderung unterstreichen die Dringlichkeit der Lage. Nun wird sich zeigen, ob die gesenkten Vorgaben und der marktorientierte Ansatz der Regierung tragen – besonders wenn die Nachfrage in den kommenden Monaten steigt.

Quelle