Geldwäsche im Profisport: Gesetzesvorhaben scheitert an Ausschuss-Blockade
Felix MaierGeldwäsche im Profisport: Gesetzesvorhaben scheitert an Ausschuss-Blockade
Vorstoß gegen Geldwäsche im Profisport erleidet Rückschlag nach Verschiebung durch Schlüsselausschuss
Die Bemühungen, Geldwäsche im professionellen Sport entschlossener zu bekämpfen, haben einen Dämpfer erhalten, nachdem ein wichtiger Ausschuss die entsprechende Vorlage auf Eis gelegt hat. Die von Bremen und Berlin unterstützte Initiative war erst vor zwei Wochen dem Bundesrat vorgelegt worden. Nun wehren sich die Befürworter gegen die Entscheidung und suchen nach alternativen Wegen, um das Gesetzesvorhaben voranzubringen.
Der Kampf gegen Finanzkriminalität im Sport hat bereits eine lange Vorgeschichte. Bereits 2007 warnte die Europäische Kommission in einem Weißbuch vor schmutzigem Geld in professionellen Ligen. Zwölf Jahre später mahnte ihr Bericht von 2019 die Mitgliedstaaten zu schärferen Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in diesem Bereich.
Bremen und Berlin brachten offiziell neue Regeln in den Bundesrat ein und erhielten frühzeitig Rückhalt von der SPD-Bundestagsfraktion. Selbst der federführende Finanzausschuss empfahl die Einbringung des Gesetzentwurfs. Doch der Wirtschaftsausschuss stimmte dafür, die Angelegenheit auf unbestimmte Zeit zu vertagen.
Justizsenatorin Dr. Claudia Schilling kritisierte die Verzögerung scharf und bezeichnete sie als Weigerung, das Kernproblem anzugehen. Sie argumentierte, dass die Blockade der Initiative die Anstrengungen untergräbt, die Integrität des Profisports zu schützen. Unwillig, die Vertagung hinzunehmen, kündigte Bremen an, die Wiederaufnahme des Themas auf die Tagesordnung zu erzwingen.
Schilling kündigte zudem an, mit Verbündeten nach anderen Wegen zu suchen, um das Vorhaben doch noch voranzubringen. Der Schritt zeigt die wachsende Frustration unter den Unterstützern, die das Thema für dringend und längst überfällig halten.
Nach der Ausschussentscheidung steht der Gesetzesprozess nun vor ungewisser Zukunft. Da Bremen die Verzögerung nicht akzeptieren will, könnte die Vorlage jedoch bald wieder auf der Agenda stehen. Unterdessen werden die Befürworter weiter für Reformen kämpfen, um den Sport vor Finanzkriminalität zu bewahren.






