GKV 2024: Milliardenlücken drohen – wie die Koalition gegensteuert
Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – Koalition sucht Lösungen
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Ausgaben schneller steigen als im Vorjahr. Die Regierungscoalition gerät zunehmend unter Druck, die finanzielle Belastung für Arbeitgeber zu verringern und gleichzeitig die Nettolöhne der Beschäftigten zu stärken. Eine Expertenkommission wird am Montag Vorschläge vorlegen, um die wachsende Finanzlücke zu schließen.
Ein zentraler Ansatz sieht vor, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die jährlich zwischen 6 und 7 Milliarden Euro einsparen könnte. Würde der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auch auf medizinische Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich rund 750 Millionen Euro pro Jahr entlasten.
Schärfere Abrechnungsprüfungen bei Krankenhäusern könnten zudem etwa 1 Milliarde Euro einbringen, ohne dass Ausgabenobergrenzen eingeführt werden müssten. Die Krankenkassen schlagen vor, Budgetdeckel für Hausärzte wieder einzuführen, was jährlich 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro sparen könnte. Eine weitere Maßnahme zielt darauf ab, Gebühren für Kinder- und Jugendärzte zu begrenzen, was die Kosten um etwa 300 Millionen Euro pro Jahr senken würde.
Die Erhöhung des Herstellerrabatts auf Medikamente von 7 auf 12 Prozent könnte jährlich 1,3 Milliarden Euro einsparen. Eine weitere Anhebung der Sozialabgaben zur Finanzierung dieser Reformen hat die Koalition jedoch ausgeschlossen.
Die geplanten Reformen sollen das Gesundheitssystem stabilisieren, ohne die Beiträge zu erhöhen. Falls umgesetzt, könnten die Maßnahmen die Ausgaben um Milliarden reduzieren und gleichzeitig die finanzielle Belastung für Unternehmen und Beschäftigte verringern. Die endgültigen Empfehlungen der Kommission werden am Montag veröffentlicht.






