07 May 2026, 14:18

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschland schläft im "Dornröschen-Dämmer" und verliert globalen Anschluss

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines zerfallenden Tunnels in den Ruinen der Berliner Mauer, mit Schutt auf dem Boden und einem Licht am Ende.

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschland schläft im "Dornröschen-Dämmer" und verliert globalen Anschluss

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, warnt vor einem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands – verursacht durch überbordende Bürokratie und einen Wandel der Arbeitskultur. Der Chef des weltweit führenden Herstellers von Tunnelvortriebsmaschinen mit Sitz in Schwanau beschreibt das Land als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, unfähig, sich schnell genug an den globalen Wettbewerb anzupassen.

Die Herrenknecht AG, die weltweit rund 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, war maßgeblich an großen europäischen Infrastrukturprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Doch nun äußert ihr CEO Frustration über die zähen Genehmigungsverfahren in Deutschland. Ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest – während ein identisches Projekt in Chennai, Indien, bereits nach nur drei Monaten genehmigt wurde.

Herrenknecht kritisierte zudem die veränderte Einstellung junger Berufstätiger. Er beobachtete, dass Hochschulabsolventen zunehmend flexible Arbeitsmodelle einforderten, darunter Homeoffice-Optionen, verlängerten Elternurlaub und Sabbaticals. Deutschland bezeichnete er als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ – solche Forderungen gefährdeten seiner Meinung nach die Produktivität.

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Der Vorstandsvorsitzende ging noch weiter: Heute könnte er sein Unternehmen angesichts der erstickenden Regulierungsflut nicht mehr gründen. Ohne dringende Reformen steuere Deutschland „direkt gegen die Wand“, warnte er.

Die Mahnungen kommen von einem Konzern, der den weltweiten Markt für Tunnelbohrtechnik dominiert. Herrenknechts Aussagen unterstreichen die Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben und die wachsenden Erwartungen der Arbeitnehmer. Er besteht darauf: Ohne grundlegende Veränderungen werde die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands weiter schwinden.

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