IHK Halle-Dessau stellt Forderungen an künftige Landesregierung Sachsen-Anhalts
Felix MaierIHK Halle-Dessau stellt Forderungen an künftige Landesregierung Sachsen-Anhalts
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau legt Prioritäten für die künftige Landesregierung Sachsen-Anhalts fest
Am 25. März 2026 hat die IHK Halle-Dessau vor der Landtagswahl ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie ihre Forderungen an die nächste Regierung Sachsen-Anhalts formuliert. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Förderung in den Bereichen Fachkräftesicherung, Energiepolitik sowie Bürokratieabbau, um die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu stärken.
Die IHK will das Dokument nutzen, um wirtschaftliche Themen in den Wahlkampf zu tragen. Geplant sind Gespräche mit Parteien, Kandidaten und der Öffentlichkeit, um die zentralen Anliegen der heimischen Wirtschaft zu unterstreichen.
Fachkräftemangel, Energieversorgung und Infrastruktur im Fokus
Das Positionspapier benennt mehrere drängende Herausforderungen für die Wirtschaft Sachsen-Anhalts. Ein zentrales Thema ist der Fachkräftemangel: Die IHK fordert eine bessere Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials – etwa durch strengere Anforderungen an Erwerbsfähige, eine Stärkung der beruflichen Ausbildung sowie den Abbau von Hürden für Arbeitsuchende beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.
In der Energiepolitik setzt sich die IHK für eine verlässliche und bezahlbare Versorgung ein. Gefordert werden technologieneutrale Wasserstoffstrategien, der Ausbau der Energieinfrastruktur sowie die Erforschung von CO₂-Abscheidungstechnologien. Zudem müssten Industriestandorte erhalten und weiterentwickelt werden, heißt es in dem Papier.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Infrastruktur. Die IHK verlangt langfristige Finanzierungskonzepte, schnellere Genehmigungsverfahren und die Beseitigung von Investitionsstaus in den Bereichen Verkehr, Digitalisierung und Versorgungsnetze. Zudem wird ein konsequenter Bürokratieabbau angemahnt – etwa durch regelmäßige Überprüfungen von Verwaltungsaufgaben und vereinfachte Gesetzgebungsverfahren, um Unternehmen zu entlasten.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovation fördern
Für mehr Wachstum im Ausland plädiert die IHK für aktive Unterstützung beim Markteintritt in neue Absatzmärkte. Offene Handelsbeziehungen, Diplomatie und Freihandel sollen Unternehmen den Weg ins Ausland ebnen. Zudem müssten Förderprogramme, Technologietransfer und Innovationsförderung ausgebaut werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Bisher haben sich bis Juni 2026 keine Parteien oder Kandidaten in Sachsen-Anhalt öffentlich zu den Forderungen der IHK geäußert. Auch in den bisher vorliegenden Wahlprogrammen finden sich keine konkreten Maßnahmen zu Bürokratieabbau, Energiesicherheit oder Fachkräftesicherung.
Klare Erwartungen an die nächste Landesregierung
Das Positionspapier der IHK Halle-Dessau definiert deutliche Erwartungen an die künftige Regierung Sachsen-Anhalts. Gefordert werden konkrete Schritte gegen den Fachkräftemangel, eine zukunftsfähige Energiepolitik, Investitionen in die Infrastruktur und ein schlankerer Staat. Die Kammer wird diese Themen bis zur Landtagswahl weiter vorantreiben.






