Italos Deutschland-Start 2028 sorgt für Bahn-Revolution und Streit um Strecken
Anton HuberItalos Deutschland-Start 2028 sorgt für Bahn-Revolution und Streit um Strecken
Italo, ein Zugbetreiber im Besitz der EVN-Gruppe, will ab 2028 Fernverkehrsstrecken in Deutschland aufnehmen. Das Unternehmen plant den Start mit zwei Hauptverbindungen: München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg. Die Ankündigung hat in der Branche und bei Gewerkschaften für Reaktionen gesorgt.
Die Deutsche Bahn äußerte Bedenken hinsichtlich der möglichen Folgen des Markteintritts von Italo. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende des Konzerns, forderte Politiker auf, klarere Wettbewerbsregeln zu schaffen. Michael Peterson, bei der Bahn zuständig für den Fernverkehr, warnte, dass bis zu 120 Bahnhöfe Verbindungen verlieren könnten, sollte Italo seine Pläne umsetzen.
Auch die Eisenbahnergewerkschaft EVG zeigte sich besorgt. Ihr Vorsitzender Martin Burkert kritisierte, Italo könnte sich auf lukrative Strecken konzentrieren – eine Praxis, die als „Rosinenpicken“ bekannt ist. Die Gewerkschaft befürchtet zudem, dass regionale Angebote gekürzt werden könnten. Mindestens 16 Städte drohten den Anschluss an ICE- und IC-Linien zu verlieren, falls der neue Anbieter auf den Markt kommt.
Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister, wies auf die begrenzten Kapazitäten im Schienennetz hin. Er betonte die Herausforderungen, einen weiteren Fernverkehrsanbieter auf bereits stark frequentierten Strecken unterzubringen.
Italos geplante Expansion in Deutschland markiert einen einschneidenden Wandel für das deutsche Bahnnetz. Der Schritt könnte die Angebote auf zentralen Strecken neu gestalten und den Zugang zum Fernverkehr in zahlreichen Städten beeinflussen. Behörden und Gewerkschaften drängen nun auf strengere Regulierungen, um die Auswirkungen zu steuern.






