08 June 2026, 10:13

Jekaterinburgs "Museumsnacht" bricht mit 101 Orten alle Rekorde

"Night", wenn Geschichte lebendig wird: 101 Veranstaltungsorte nehmen an der Jubiläumsaktion der Museumsstadt Jekaterinburg teil

Jekaterinburgs "Museumsnacht" bricht mit 101 Orten alle Rekorde

Jekaterinburg feiert 20. „Museumsnacht“ mit Rekordbeteiligung

Jekaterinburg hat kürzlich seine 20. jährliche „Museumsnacht“ mit einem neuen Rekord gefeiert: 101 Veranstaltungsorte öffneten ihre Türen für Besucher. Das Programm umfasste Sonderausstellungen, Führungen und interaktive Quests in der gesamten Stadt. Ein Höhepunkt war das kreative Zentrum L52, das an zwei Standorten durchgehend geöffnet blieb.

Die Feierlichkeiten standen zudem im Zeichen des 60. Jubiläums des örtlichen Sputnik-Reisebüros, das einst eine zentrale Rolle im sowjetischen Tourismus spielte. Die neue Ausstellung „Koffermentalität“ beleuchtete die Herausforderungen und Kuriositäten des Reisens ins Ausland unter kommunistischer Herrschaft.

In der Sowjetzeit war Auslandsreisen streng reglementiert: Pässe wurden nur für die Dauer der Reise ausgestellt, und Reisende unterlagen Altersbeschränkungen sowie der Pflicht, Charakterreferenzen vorzulegen. Wer in „kapitalistische Länder“ reisen durfte, erhielt oft nur 15 bis 20 US-Dollar für den gesamten Aufenthalt.

Die „Museumsnacht“ bot eine Mischung aus Geschichte und interaktiven Erlebnissen. Im Historischen Museum Jekaterinburg konnten Besucher die Ausstellung „Koffermentalität“ erkunden, die bürokratische Hürden und Propaganda im sowjetischen Tourismus thematisierte. Das lokale Sputnik-Büro, einst das drittgrößte der UdSSR, organisierte staatlich genehmigte Reisen und war ein zentraler Akteur der Epoche.

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An anderer Stelle veranstaltete das Museum für Steinschneidekunst und Juwelierhandwerk eine große Quest basierend auf finno-ugrischen Mythen sowie Führungen, die gängige Vorurteile über Edelsteine widerlegten. Unterdessen präsentierte L52 mit der Tour „Elektronische Zauberer“ frühe sowjetische Computer – und zeigte dabei deren technische Grenzen sowie die Findigkeit der Ingenieure, die unter restriktiven Bedingungen arbeiteten.

Das kreative Zentrum L52 hielt rund um die Uhr geöffnet und zog Besucher an beide Standorte. Mit interaktiven Installationen und seltenen Exponaten bot die Veranstaltung Einblicke in die Vergangenheit und feierte zugleich das kulturelle Erbe Jekaterinburgs.

Die „Museumsnacht“ vereinte an 101 Orten Geschichte, Technologie und Kunst. Die Ausstellungen reichten von sowjetischen Reisebeschränkungen bis zu Pionierleistungen der frühen Computerära. Die Organisatoren blicken auf zwei Jahrzehnte des Events zurück – und würdigten gleichzeitig das 60-jährige Bestehen des einst einflussreichen Sputnik-Reisebüros der Stadt.

Quelle