04 April 2026, 12:17

Joey Skaggs: Wie ein Trickbetrüger der Kunst die Medien seit Jahrzehnten narren lässt

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

Joey Skaggs: Wie ein Trickbetrüger der Kunst die Medien seit Jahrzehnten narren lässt

Seit Jahrzehnten nutzt Joey Skaggs Streiche, um Autoritäten herauszufordern und zum Lachen zu bringen. Seine ausgeklügelten Scherze – von erfundenen Prominenten bis zu absurden Paraden – haben die Medien zu seiner künstlerischen Leinwand gemacht. Was einst als Frust über die Kunstwelt begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen Mission: die Leichtgläubigkeit der Menschen zu entlarven und den öffentlichen Unfug zu feiern.

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Erstmals Aufsehen erregte Skaggs 1986, als er die New Yorker Medien zu einer Aprilscherz-Parade einlud. Wie er später zugab, fand die Veranstaltung selten im versprochenen Ausmaß statt. Stattdessen diente sie als wiederkehrender Scherz – eine Erinnerung daran, dass man das Recht hat, über die Mächtigen zu lachen.

Einer seiner berühmtesten Coups gelang 1985, auch wenn er selbst nicht direkt beteiligt war: Sports Illustrated veröffentlichte einen Artikel über Hayden "Sidd" Finch, ein fiktives Baseball-Talent der Mets, das trotz fehlender Spielerfahrung einen 270 km/h schnellen Fastball werfen konnte. Der von George Plimpton verfasste Text täuschte die Leser, bis das Magazin den Schwindel als Aprilscherz enthüllte.

Jahre später war Skaggs nicht der Einzige, der mit der öffentlichen Wahrnehmung spielte. 1998 veranstaltete David Bowie eine Party zur Gründung eines neuen Verlags – zu Ehren des erfundenen britischen Schriftstellers William Boyd. Der Scherz hielt sich bis 2011, als ein Essay Boyd als Fiktion enttarnte.

Skaggs' eigene Karriere begann in der bildenden Kunst, doch die Desillusionierung trieb ihn zu Streichen. Frühere Projekte wie die Promi-Samenbank der 1970er oder die Abnehm-Farm der 1980er waren einmalige Aktionen, die provozieren sollten. In jüngerer Zeit gibt es weniger neue Scherze; stattdessen rücken Retrospektiven seines langen, frechen Schaffens in den Medienfokus.

Ob Paraden oder erfundene Institutionen – Skaggs' Streiche zeigen nach wie vor, wie bereitwillig die Gesellschaft Absurditäten glaubt. Seine Arbeit verspottet nicht nur Autoritäten, sie lädt das Publikum ein, das Gehörte zu hinterfragen. Der Aprilscherz wird in seinen Händen zur Mischung aus Witz und Lektion in Skepsis.

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