Jungheinrich kämpft mit Kurssturz und Führungsvakuum nach Managerabgang
Anton HuberJungheinrich kämpft mit Kurssturz und Führungsvakuum nach Managerabgang
Der Staplerhersteller Jungheinrich steht vor finanziellen und führungstechnischen Herausforderungen. Der Börsenwert des Unternehmens ist seit Ende 2025 um fast 30 Prozent eingebrochen und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig hat der vorzeitige Abgang einer Schlüsselmanagerin zu einer vorübergehenden Umstrukturierung an der Unternehmensspitze geführt.
Das in Hamburg ansässige Unternehmen meldete für das erste Quartal des Jahres einen deutlichen Gewinnrückgang. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2026 – Analysten führen dies auf starken Wettbewerb und einen langwierigen Streik am Produktionsstandort Lüneburg zurück.
Das von Friedrich Jungheinrich gegründete Unternehmen bleibt in Familienhand. Die beiden Töchter des Gründers halten jeweils 27 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien, was zusammen 53 Prozent des Gesamtkapitals entspricht. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien werden im MDAX gehandelt und befinden sich größtenteils im Besitz von Publikumsanlegern.
Die Führungswechsel verstärken die Unsicherheit: Heike Wulff, die Anfang 2026 in den Vorstand eingetreten war, verlässt das Unternehmen vor dem ursprünglichen Vertragsende am 1. Mai 2027. CEO Lars Brzoska übernimmt vorläufig ihre Finanzverantwortung, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.
Jungheinrich steht nun vor der doppelten Aufgabe, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig einen neuen Finanzvorstand zu suchen. Die Marktprobleme und der Führungswechsel kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, in dem das Unternehmen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und operative Rückschläge bewältigen muss.






