30 May 2026, 12:13

Klimaproteste im Ruhrgebiet: Tausende blockieren Gasinfrastruktur trotz Verbote

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Klimaproteste im Ruhrgebiet: Tausende blockieren Gasinfrastruktur trotz Verbote

Klimaschutzaktivist:innen haben eine Welle von Protesten im Ruhrgebiet gestartet, um sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur zu stellen. Über 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an vier koordinierten Aktionen, die sich gegen zentrale Industrieanlagen richteten. Die Demonstrationen finden im Vorfeld einer größeren Kundgebung am Samstag statt – trotz eines polizeilichen Verbots für eine der geplanten Veranstaltungen.

In Gelsenkirchen-Scholven blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gasanlage geplant ist. Die Protestierenden installierten zudem Solarpaneele auf dem Gelände, um erneuerbare Alternativen zu bewben. Unterdessen besetzten in Mülheim an der Ruhr Demonstrant:innen die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas.

Rund 200 Menschen legten die Produktion in der Gießerei Friedrich Wilhelms Hütte in Mülheim lahm, die zum Rüstungskonzern KNDS gehört. Die Bundesregierung plant hier eine finanzielle Beteiligung. In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent zum Hauptbahnhof und forderten die Enteignung von Energiekonzernen.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Verbot für die geplante Demonstration am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk. Die Organisator:innen haben jedoch Widerspruch eingelegt und erwägen, die Auftaktkundgebung näher an Hamm zu verlegen. Die Hauptproteste am Wochenende unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ werden von Umweltgruppen und Greta Thunberg unterstützt.

Die Aktionen sind Teil einer größeren Kampagne des antikapitalistischen Klimabündnisses Ende Gelände, das sich gegen neue fossile Infrastruktur in der Region stellt. Trotz rechtlicher Hürden werden am Samstag Tausende weitere Protestierende erwartet. Die Ereignisse unterstreichen den anhaltenden Widerstand gegen den Gasausbau und den Druck für eine beschleunigte Energiewende. Behörden und Veranstalter:innen streiten weiterhin über die Rechtmäßigkeit der geplanten Kundgebungen.

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