Legendäres Provence-Hotel Lou Calen feiert Comeback nach 20 Jahren Leerstand
Anton HuberLegendäres Provence-Hotel Lou Calen feiert Comeback nach 20 Jahren Leerstand
Ein historisches Hotel in der südfranzösischen Provence hat nach Jahrzehnten des Stillstands wieder seine Türen geöffnet.Lou Calen, einst ein Rückzugsort für Stars wie David Bowie und Pink Floyd, empfängt heute Reisende, die das ruhigere Gesicht der Provence entdecken möchten. Die Geschichte des Anwesens reicht bis zu einem Kriegsversprechen und der lebenslangen Leidenschaft einer Frau für Gastfreundschaft zurück.
Die Wurzeln des Hotels lassen sich bis ins Jahr 1944 zurückverfolgen, als die damals zehnjährige Huguette anlässlichen des Befreiungstags von Cotignac von einem amerikanischen Soldaten einen Ring geschenkt bekam. Jahrzehnte später kaufte sie ein Haus neben einem Nonnenkloster im Dorf und verwandelte es 1972 in ein Hotel mit Restaurant. Ihr Etablissement entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt für Künstler und Musiker – und schrieb sich damit in die Kulturgeschichte ein.
Nach der Schließung 1999 stand das Gebäude über 20 Jahre lang leer. Der kanadische Unternehmer Graham Porter erwarb die Immobilie 2015 und erweckte sie als Lou Calen zu neuem Leben – mit Kunstzentrum, Bar, Restaurant und Gästezimmer. Heute dient das Hotel als Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und die Erkundung der umliegenden Dörfer.
Huguette, mittlerweile in ihren 90ern, ist dem Ort weiterhin eng verbunden. Sie teilt ihre Liebe zur provenzalischen Küche in einem Kochbuch und besucht das Hotel noch immer. Ihr Lebensweg führte sie sogar bis nach Palm Springs, wo sie den Soldaten wiedertraf, der ihr einst den Ring schenkte.
Heute zieht Lou Calen ein internationales Publikum an, mit den meisten Gästen aus den USA. Der besondere Reiz des Hotels liegt in seinem entschleunigten Rhythmus – ein Kontrast zur hektischen Côte d'Azur.
Aus einem vergessenen Gebäude ist ein lebendiger Treffpunkt geworden. Die Mischung aus Geschichte, Kunst und Outdoor-Aktivitäten lockt Besucher aus aller Welt. Die Wiedereröffnung bewahrt nicht nur Huguettes Erbe, sondern verbindet ihre Geschichte mit dem zeitlosen Charme der Region.






