Migrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Grenzzurückweisungen als wirkungslose Symbolpolitik
Felix MaierMigrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Grenzzurückweisungen als wirkungslose Symbolpolitik
Ein Jahr nach der Wiedereinführung von Zurückweisungen an den deutschen Binnengrenzen hat der Migrationsforscher Gerald Knaus die Politik scharf kritisiert. Die Maßnahme, die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt angeordnet wurde, ging ursprünglich auf eine Forderung der rechtspopulistischen AfD aus dem Jahr 2015 zurück. Knaus wirft der Regierung vor, symbolische Gesten über wirksame, langfristige Lösungen für die Bewältigung der irregulären Migration in die EU gestellt zu haben.
Knaus argumentiert, dass sich Berlin mit den Grenzzurückweisungen nicht den eigentlichen Herausforderungen der Migration stellt. Statt nachhaltige Politiken zu entwickeln, habe sich die Regierung auf kurzfristige Maßnahmen mit minimaler Wirkung verlassen. Der Rückgang der Asylanträge – besonders deutlich in Deutschland und Österreich – sei vor allem auf Veränderungen in Syrien zurückzuführen und nicht auf die jüngsten Maßnahmen Berlins.
In den Vorjahren hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer aufgenommen. Doch Knaus betont, dass der aktuelle Rückgang der Zahlen auf veränderte Bedingungen in Syrien und nicht auf den Erfolg der Zurückweisungspolitik zurückzuführen sei. Zudem verstoße die Maßnahme gegen EU-Recht und biete keine dauerhafte Lösung.
Der Forscher unterstreicht, dass die Regierung die Chance verpasst habe, humane und wirksame Kontrollen zu entwickeln. Stattdessen habe sie sich auf Grenzsicherung konzentriert, die er als politisch motiviert, aber letztlich wirkungslos beschreibt.
Knaus’ Einschätzung deutet darauf hin, dass die Zurückweisungspolitik keine spürbaren Ergebnisse gebracht hat. Da der Rückgang der Asylanträge auf externe Faktoren zurückzuführen ist, sehen sich Deutschland und Österreich nun mit den Folgen einer Strategie konfrontiert, die er als rechtlich fragwürdig und nicht zukunftsfähig bezeichnet. Die Kritik wirft die Frage auf, ob die Regierung ihren Ansatz in der Migrationskontrolle überdenken wird.






