05 April 2026, 04:15

Neues Online-Portal enthüllt Strategien der rechten Szene seit 1945

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, mit Wasserzeichen, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal enthüllt Strategien der rechten Szene seit 1945

Ein neues Online-Portal ist gestartet, das offenen Zugang zu historischen Quellen über rechtsextreme Strömungen in Deutschland von 1945 bis 2000 bietet. Das von führenden Historikern herausgegebene Projekt soll Forschung, Schulen und politische Bildung unterstützen, indem es dokumentiert, wie sich extremistische Strategien über Jahrzehnte entwickelten.

Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal enthält Propagandatexte, gewaltverherrlichende Rhetorik und Materialien, die gezielt junge Menschen ansprechen. Über 30 Fachleute haben diese Dokumente annotiert und in ihren historischen Kontext eingeordnet, um die Veränderungen in den Taktiken der Extremisten aufzuzeigen.

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Zwischen 1945 und 2000 durchlief die rechtsextreme Propaganda in Deutschland einen tiefgreifenden Wandel. In den 1950er-Jahren bedienten sich Gruppen wie die NPD offener NS-ähnlicher Botschaften, um Kriegsveteranen und enttäuschte Nationalisten anzusprechen. Ab den 1980er- und 1990er-Jahren verlagerte sich der Fokus auf jugendorientierte Strategien, darunter die neonazistische Skinhead-Kultur, gewaltverherrlichende Rockmusik (etwa Rock gegen Kommunismus) und die Verklärung von Straßenschlachten – besonders im ostdeutschen Raum nach der Wiedervereinigung.

Leiter des Projekts sind Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), und Prof. Dr. Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ). Ihre Arbeit zeigt, wie sich extremistische Erzählungen später ins Internet verlagerten – vor allem nach dem Jahr 2000 –, wo Parteien wie die AfD mit professionalisierten Digitalkampagnen antieinwanderungsfeindliche und verschörungsideologische Botschaften verbreiteten.

Das Portal liefert eine detaillierte Aufarbeitung, wie sich rechtsextreme Bewegungen über Generationen hinweg strategisch anpassten. Durch die öffentliche Zugänglichkeit dieser Quellen bietet es Pädagog:innen, Forscher:innen und der interessierten Öffentlichkeit ein Werkzeug, um die historischen Wurzeln des heutigen Extremismus zu verstehen.

Quelle