17 March 2026, 18:21

NRW verschärft Kampf gegen Slumwohnungen und illegale Vermietungspraktiken

Plakat mit einem zweistöckigen Gebäude mit rotem Dach und weißen Wänden, begleitet von zentrierter schwarzer Schrift, die "emprunt national 6% - rentes perpetuelles exemptes impot" auf einem hellblauen Hintergrund liest

Wie NRW den Missbrauch von Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Kampf gegen Slumwohnungen und illegale Vermietungspraktiken

Nordrhein-Westfalen geht mit neuem Wohnungsgerechtigkeitsgesetz gegen Wohnungsmissbrauch und ausbeuterische Vermietungspraktiken vor

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Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der sich gegen Slumwohnungen, illegale Arbeiterunterkünfte und Missbrauch bei Kurzzeitvermietungen richtet. Strengere Vorschriften, höhere Bußgelder und erweiterte Befugnisse für die Behörden sollen langjährige Probleme auf dem Wohnungsmarkt bekämpfen.

Das neue Gesetz sieht mehrere zentrale Änderungen vor. Eine wichtige Neuerung ist die Reduzierung der genehmigungsfreien Kurzzeitvermietung von 90 auf 56 Tage pro Jahr. Vermieter, die gegen die Regeln verstoßen, müssen mit Strafen von bis zu 500.000 Euro rechnen.

Die Kommunen erhalten durch das Gesetz mehr Kontrollmöglichkeiten. Sie können künftig eine Registrierung und Qualitätsprüfungen für Mietobjekte vorschreiben – nur Immobilien mit einem "Wohnungsgerechtigkeits-Zertifikat" dürfen dann vermietet werden. Zudem stehen den Behörden erweiterte Eingriffsoptionen zur Verfügung, darunter die Bestellung eines Treuhänders oder, in Extremfällen, die Enteignung – allerdings erst, nachdem Versuche zum Ankauf oder zur Sanierung gescheitert sind.

Erstmals werden ausbeuterische Wohnpraktiken explizit verboten. Gleichzeitig wird der Datenaustausch zwischen Behörden verbessert, um Sozialbetrug im Zusammenhang mit illegalen Vermietungen aufzudecken. Zwar gibt es keine zentrale Datenbank zu Problemstädten, doch in Köln, Düsseldorf und Dortmund wurden in den vergangenen fünf Jahren wiederholt schwere Verstöße in Arbeiterunterkünften und Slumwohnungen dokumentiert.

Das Land setzt sich zudem für ein bundesweites sozialrechtliches Zurückbehaltungsrecht ein. Damit soll verhindert werden, dass öffentliche Gelder indirekt kriminelle Wohnungsgeschäfte finanzieren.

Mit dem Wohnungsgerechtigkeitsgesetz erhält Nordrhein-Westfalen neue Instrumente, um Wohnungsausbeutung und unsichere Wohnverhältnisse zu bekämpfen. Durch schärfere Strafen, verpflichtende Zertifizierungen und erweiterte Kontrollmöglichkeiten zielt das Gesetz sowohl auf illegale Vermietungspraktiken als auch auf Sozialmissbrauch ab. Die Umsetzung hängt nun von den lokalen Behörden und einer kontinuierlichen Überwachung von Problemimmobilien ab.

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