Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft im dritten Krisenjahr um Überleben
Jonas SchmidtOstdeutsche Chemieindustrie kämpft im dritten Krisenjahr um Überleben
Chemieindustrie in Ostdeutschland steckt im dritten Jahr in Folge tief in der Krise
Trotz eines Gesamtumsatzes von 28,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 bleibt die chemische Industrie in Ostdeutschland weiter in der Krise gefangen. Wachstum gab es allein im Pharmabereich, während die traditionelle Chemieproduktion um drei Prozent schrumpfte. Hohe Kosten, strenge Regulierung und globaler Wettbewerb belasten die Branche weiterhin schwer.
Die Probleme zeigen sich deutlich in den Zahlen: Die Auslastung der Kapazitäten liegt bei nur 72 Prozent – weit unter dem optimalen Niveau. Lediglich jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Lage. Gleichzeitig haben sich die Stellenstreichungen ausgeweitet: Die Branche beschäftigt derzeit noch rund 63.000 Menschen – deutlich weniger als in den Vorjahren.
Hohe Energiepreise, teure Rohstoffe und verschärfte Vorschriften drücken die Gewinne. Geopolitische Spannungen, darunter der Nahostkonflikt, verschärfen die Situation zusätzlich. Trotz dieser Herausforderungen zeichnet sich für Domo Chemicals am Standort Leuna eine mögliche Rettung ab.
Der Betreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze sollen zwei insolvente Tochtergesellschaften von Domo übernehmen. Dieser Rettungsplan könnte ein seltenes positives Signal für die angeschlagene Branche setzen. Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks über den Stand der Dinge informieren.
Der Domo-Deal könnte zwar etwas Entlastung bringen, doch die gesamte Branche steht weiterhin vor enormen Herausforderungen. Bei schwacher Nachfrage, hohen Kosten und anhaltendem Arbeitsplatzabbau bleibt die Erholung ungewiss. Der Ausgang der Übernahme in Leuna könnte jedoch ein wichtiges Vorbild für andere kämpfende Unternehmen werden.






