25 April 2026, 02:17

Philipp Amthor fordert CDU zu klarer feministischen Haltung auf – doch seine Bilanz bleibt widersprüchlich

Eine Frau in einem weißen Hemd steht entschlossen vor einer Wand und hält ein Schild mit der Aufschrift "LGBTQ+ Lives Matter" in fetter schwarzer Schrift.

Philipp Amthor fordert CDU zu klarer feministischen Haltung auf – doch seine Bilanz bleibt widersprüchlich

CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der feministischen Debatte eine klarere Haltung einzunehmen. Er warnte davor, die Diskussion über Gleichberechtigung allein linken Gruppen zu überlassen. Seine Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem er sich gegen rechtsextreme Vorstellungen von der Rolle der Frau in der Gesellschaft positioniert.

Amthor ist seit Langem eine umstrittene Figur in Fragen der Geschlechterpolitik. Zwar kritisiert er nun starre Klischees, doch seine bisherige Bilanz in feministischen Belangen bleibt ambivalent.

In jüngsten Stellungnahmen verurteilte Amthor die AfD dafür, veraltete Frauenbilder zu propagieren, die Frauen als das "schwache Geschlecht" darstellen. Er lehnte biologische Determinismus ab und sprach sich gegen starre Geschlechterrollen aus – mit der Begründung, dass Männer sich aktiv gegen solche Vorstellungen stellen müssten. Die CDU und ihre Bundestagsfraktion vertreten seiner Aussage nach bereits diese Position.

Doch seine eigene Haltung zur Gleichberechtigung ist nicht immer konsequent. So lehnte er 2019 einen Vorschlag ab, der eine paritätische Besetzung von Parteilisten mit Frauen und Männern vorschrieb. Das Vorhaben zielte darauf ab, den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen – doch Amthor lehnte es als unnötig ab.

Auch seine Position zur Abtreibung sorgte für Kritik. Er sprach sich für die Beibehaltung des strafrechtlichen Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen sowie des Werbeverbots für Abtreibungsdienste aus – Standpunkte, die im Widerspruch zu zentralen feministischen Forderungen nach reproduktiven Rechten stehen.

Noch 2023 setzte sich Amthor für ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden ein – ein Schritt, der im Kontrast zu seinem jüngsten Appell steht, dass Männer sich gegen die ungerechte Behandlung von Frauen engagieren sollten. Er argumentierte, Frauen würden oft nach ihrem Äußeren beurteilt, während Männer allein an ihren Argumenten gemessen würden.

Trotz dieser Widersprüche inszeniert Amthor den Feminismus nun als Kampf gegen die extreme Rechte. Die CDU müsse die Debatte führen, statt sie linken Parteien zu überlassen, betont er.

Amthors jüngster Vorstoß stellt ihn in eine zwiespältige Position: Einerseits wirbt er für Gleichberechtigung gegen rechtsextreme Narrative, andererseits stehen viele seiner früheren Entscheidungen im Widerspruch zu feministischen Zielen. Die Haltung der CDU in diesen Fragen bleibt gespalten – und Amthors eigene Bilanz spiegelt diese Spannung wider.

Sein Aufruf an Männer, sich gegen Klischees zu stellen, markiert zwar einen Tonwechsel. Ob daraus auch politische Konsequenzen folgen, bleibt abzuwarten.

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