28 March 2026, 16:15

Philologenverband fordert 60 Milliarden Euro für marode Schulen aus Sondervermögen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Teufelskreis" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische Bilder von verschiedenen Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts zeigt, die die Auswirkungen von schlechter Bildung illustrieren.

Philologenverband fordert 60 Milliarden Euro für marode Schulen aus Sondervermögen

Deutscher Philologenverband kritisiert Verwendung des 500-Milliarden-Sondervermögens

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) übt scharfe Kritik an der Art und Weise, wie die Bundesländer das 500-Milliarden-Sondervermögen einsetzen. Studien zeigen, dass der Großteil der im Jahr 2025 aufgenommenen Gelder nicht in neue Investitionen floss – darunter dringend benötigte Schulsanierungen. Der Verband fordert nun, dass mindestens 60 Milliarden Euro gezielt für die Sanierung und Modernisierung von Schulen in ganz Deutschland reserviert werden.

Laut Artikel 143h des Grundgesetzes dürfen Mittel aus dem Sondervermögen nur für zusätzliche Investitionen verwendet werden. Doch Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und des ifo Instituts ergaben, dass 95 Prozent der 24,3 Milliarden Euro, die 2025 aufgenommen wurden, lediglich bestehende Haushalte ersetzten – statt neue Projekte zu finanzieren. Unklar bleibt, wie viele Länder überhaupt Teile der Gelder für Schulbauten oder Instandsetzungen einsetzten.

Der DPhV betont, dass Schulen dringend gezielte Mittel für Reparaturen, digitale Ausstattung und bessere Ausstattung benötigen. Aktuelle Programme wie der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 5 Milliarden Euro vorsieht, decken den tatsächlichen Bedarf bei Weitem nicht und leiden unter strukturellen Problemen. Gleichzeitig schätzt die KfW, dass Kommunen bereits 67,8 Milliarden Euro an Investitionsstau allein bei Schulgebäuden vor sich herschieben.

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Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV, warnte, dass die jüngeren Generationen die Schuldenlast tragen würden, ohne dass sich ihre Schulen spürbar verbesserten. Der Verband drängt nun darauf, dass sich alle Bundesländer gemeinsam verpflichten, Bildung im Rahmen des Sondervermögens vorrangig zu behandeln – und die Gelder rechtlich verbindlich für konkrete Maßnahmen wie Sanierungen und Digitalisierung einsetzen.

Die Forderung des DPhV offenbart eine Kluft zwischen Kreditaufnahme und tatsächlichen Investitionen in Schulen. Angesichts von Milliarden an Investitionsstau und geringer Transparenz bei der Mittelverwendung setzt die Forderung nach 60 Milliarden Euro für gezielte Schulförderung die Länder unter Zugzwang, ihre Ausgabenpolitik zu überdenken. Ohne Kurskorrektur, so die Kritik, droht das Sondervermögen kaum nachhaltige Verbesserungen für die Bildungsinfrastruktur zu hinterlassen.

Quelle