Porsche bremst E-Auto-Pläne: Warum Verbrenner länger bleiben als gedacht
Jana SimonPorsche bremst E-Auto-Pläne: Warum Verbrenner länger bleiben als gedacht
Porsche hat sein Ziel, bis 2030 fast ausschließlich Elektrofahrzeuge anzubieten, nach hinten verschoben. Die Kurskorrektur erfolgt zu einer Zeit, in der der Luxusautohersteller mit rückläufigen Absatzzahlen, hartem Wettbewerb auf wichtigen Märkten und einer volatilen Wirtschaftslage kämpft. Auch der Aktienkurs des Unternehmens erreichte ein neues 52-Wochen-Tief – ein Zeichen für die branchenweiten Herausforderungen.
2025 sank die globale Auslieferungszahl von Porsche auf 279.449 Fahrzeuge, ein Rückgang gegenüber den Vorjahren. Besonders stark war der Einbruch in China, wo die Verkäufe um 26 Prozent auf 41.938 Einheiten zurückgingen – bedingt durch den intensiven Wettbewerb im Segment der Luxus-Elektroautos. Der Macan blieb mit 84.328 ausgelieferten Modellen das meistverkaufte Fahrzeug der Marke, davon mehr als die Hälfte elektrisch, während der 911 mit 51.583 Einheiten einen neuen Rekord aufstellte. Trotz dieser Lichtblicke machten Elektrofahrzeuge – inklusive Hybride – nur 34,4 Prozent des Gesamtabsatzes aus. Der Anteil rein batteriebetriebener Modelle wird für 2026 auf lediglich 24 bis 26 Prozent prognostiziert.
Die Baureihe 718 verzeichnete einen deutlichen Rückgang: Die Verkäufe sanken von 23.670 im Jahr 2024 auf 18.612 Einheiten, was auch auf Modellwechsel zurückzuführen ist. Unterdessen brach der Gewinn der Luxussparte des Volkswagen-Konzerns auf 0,1 Milliarden Euro ein – und das, obwohl der deutsche Elektroautomarkt 2025 mit 545.142 Neuzulassungen wuchs. Die jüngste Markteinführung des elektrischen Cayenne SUV konnte diese Probleme bisher nicht ausgleichen.
Steigende Energiepreise und unsichere Inflationsprognosen verschärfen die Lage zusätzlich. Allein in den letzten Monaten stieg der Preis für Brent-Rohöl um 27 Prozent, während die Europäische Zentralbank ihre Inflationserwartung für 2026 auf 2,6 Prozent anhob. Als Reaktion darauf hat Porsche die Produktion seiner Verbrenner- und Hybridmodelle verlängert, darunter die Baureihen Panamera und Cayenne. Dieser Schritt soll stabile Einnahmen sichern – eine entscheidende Voraussetzung, um die langfristige Wende zur E-Mobilität zu finanzieren.
Porsches angepasste Strategie unterstreicht die weiterhin bestehenden Hürden der Elektromobilität, von Lücken in der Ladeinfrastruktur über Batterietechnologie bis hin zu Engpässen bei Rohstoffen. Die Entscheidung, Verbrenner und Hybride weiter zu produzieren, soll kurzfristig die Gewinnstabilität wahren. Nun kommt es vor allem auf den Absatz hochpreisiger Hybridmodelle in Europa und China an, um die finanzielle Performance in diesem Jahr maßgeblich zu prägen.






