Rébecca Chaillons rebellisches Sci-Fi-Theater feiert rauschende Premiere in Wien
Felix MaierRébecca Chaillons rebellisches Sci-Fi-Theater feiert rauschende Premiere in Wien
Rébecca Chaillons neues Stück Die Parabel des Seum feierte bei den Wiener Festwochen in Wien Premiere. Die Aufführung ist ein mutiges, rebellisches Science-Fiction-Werk, das scharfen Witz mit ungestümer Energie verbindet. Mit einer Spieldauer von fast drei Stunden und sieben Schauspieler:innen auf der Bühne setzt es neue Maßstäbe.
Inspiriert ist das Stück vom Leben eines Popstars und einer Astrophysikerin, die – wie Chaillon selbst – aus derselben stigmatisierten Banlieue stammen. Der Titel spielt mit den französischen Wörtern für „Parabel“ und „Satellitenschüssel“ und verweist dabei auf Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin.
Die Darsteller:innen beginnen damit, sich für ihre Körper zu entschuldigen und von früheren Kämpfen mit Essen und Selbstwahrnehmung zu erzählen. Doch bald schlägt die Inszenierung in groteskes, humorvolles Terrain um – etwa bei der Nachstellung von Szenen aus The Biggest Loser. Thematisch lotet das Stück Diskriminierung, Identität und die Kraft des Glaubens aus.
Zum Finale präsentieren sich die Performenden in goldener Unterwäsche und posieren wie Bodybuilder:innen. Das Stück feiert und hinterfragt zugleich die Erfahrungen von Menschen, die sich als fett identifizieren.
Die Parabel des Seum vereint persönliche Geschichten mit kühnen theaterischen Entscheidungen. Es fordert das Publikum auf, gesellschaftliche Haltungen zu Körperbildern und Andersartigkeit zu reflektieren – und etabliert Chaillon als eine der prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Theaters.






