Riester-Rente adé: Neues staatliches Altersvorsorge-Modell nach schwedischem Vorbild
Anton HuberRiester-Rente adé: Neues staatliches Altersvorsorge-Modell nach schwedischem Vorbild
Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, die Riester-Rente durch ein neues Altersvorsorgesystem zu ersetzen. Der überarbeitete Plan führt ein kostengünstiges, zentrales Standardprodukt ein, das neben privaten Angeboten bestehen soll. Verbraucherschützer fordern diese Reform seit über einem Jahrzehnt – inspiriert vom erfolgreichen staatlich gestützten Modell Schwedens.
Der erste Gesetzentwurf sah vor, dass Anbieter ihre eigenen Standardprodukte auf Provisionsbasis verkaufen müssen. Die finale Einigung setzt jedoch auf eine zentralisierte, staatlich unterstützte Lösung. Dieses Produkt soll als Maßstab für private Alternativen dienen und Sparern eine einfache, bezahlbare Möglichkeit bieten, für den Ruhestand vorzusorgen.
Das schwedische Modell, insbesondere der AP7-Såfa-Fonds, hat sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Mit jährlichen Kosten von nur 0,05 bis 0,1 Prozent erzielt er durch eine 90-prozentige Aktienquote hohe Renditen. So könnte eine monatliche Einzahlung von 130 Euro über 40 Jahre bei Gebühren von 0,2 Prozent auf fast 180.000 Euro anwachsen. Fast alle Privatpersonen in Schweden sind automatisch eingeschrieben – das steigert die Beteiligung und die finanzielle Bildung.
Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), nannte die Vereinbarung einen "Meilenstein" für Verbraucher. Es sei "ein guter Tag für alle, die privat fürs Alter vorsorgen müssen". Nun gelte es, das neue Produkt zugänglich und nutzerfreundlich zu gestalten.
Das neue System wird die Riester-Rente schrittweise abschaffen und stattdessen eine standardisierte, kostengünstige Lösung einführen. Ziel ist es, die Erschwinglichkeit und die Renditechancen für Sparer zu verbessern. Jetzt kommt es darauf an, das Produkt so umzusetzen, dass Verbraucher maximal davon profitieren.






