S11-Ausbau im Kölner Raum startet nach jahrelangen Verzögerungen endlich durch
Jana SimonS11-Ausbau im Kölner Raum startet nach jahrelangen Verzögerungen endlich durch
Jahre verzögert: S11-Zweigleisausbau im Kölner/Bonner Raum erhält endlich Planfeststellung
Das lange aufgeschobene Projekt zum Ausbau der zweiten Strecke der S11 in der Region Köln/Bonn hat endlich die notwendige Planfeststellung erhalten. Die DB InfraGO kann nun mit der Ausschreibung von Verträgen und der Planung von Streckensperrungen beginnen. Die 836 Millionen Euro teure Erweiterung soll die Kapazitäten und Barrierefreiheit entlang der Strecke deutlich verbessern.
Das S11-Projekt hat seit dem geplanten Baubeginn im Jahr 2019 mit zahlreichen Rückschlägen zu kämpfen gehabt. Finanzierungsstreitigkeiten zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Bund, Umweltprüfungen sowie Probleme bei der Grundstücksbeschaffung führten immer wieder zu Verzögerungen. Der aktuelle Zeitplan sieht nun einen Baustart zwischen 2024 und 2025 vor – weitere Verzögerungen sind jedoch nicht ausgeschlossen.
Die Ausbauarbeiten umfassen den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach sowie die Erweiterung des Bahnhofs Bergisch Gladbach um vier Gleise. Zudem entsteht ein neuer Haltepunkt, Köln-Kalk West, und alle Stationen von Köln-Holweide bis Bergisch Gladbach erhalten umfassende Barrierefreiheits-Nachrüstungen. Um den Fahrgastfluss zu optimieren, werden zudem Mittelbahnsteige am Kölner Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln Messe/Deutz ergänzt.
Nordrhein-Westfalen steuert 305 Millionen Euro zum Projekt bei, der Bund übernimmt 531 Millionen Euro. Nach Fertigstellung soll die S11 im Zehn-Minuten-Takt verkehren, in Stoßzeiten fast alle fünf Minuten. Allerdings ist das ursprüngliche Fertigstellungsziel 2032 aufgrund von Terminüberschneidungen mit anderen Infrastrukturvorhaben gefährdet.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erwartet, dass alle Baugenehmigungen noch in diesem Sommer vorliegen. Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach, zeigte sich optimistisch: Falls keine weiteren Hindernisse auftreten, könnten die Bauarbeiten bereits Ende 2030 beginnen.
Der Ausbau der S11 verspricht schnellere, häufigere Verbindungen und bessere Barrierefreiheit für Pendler. Mit der erteilten Planfeststellung rückt nun die Ausschreibungs- und Bauphase in den Fokus. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, weitere Verzögerungen zu vermeiden und die Koordination mit anderen laufenden Schienenbauvorhaben sicherzustellen.






