Satelliten sollen Deutschlands Mobilfunk-Funklücken bis 2030 schließen
Anton HuberSatelliten sollen Deutschlands Mobilfunk-Funklücken bis 2030 schließen
Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Funklücken im Mobilfunknetz zu schließen. Mit der Initiative sollen abgelegene Gebiete mit zuverlässigen Signalen versorgt und die Notfallkommunikation gestärkt werden. Verschiedene Anbieter arbeiten dafür mit Partnern aus der Raumfahrt zusammen, um die Technologie in den kommenden Jahren auszubauen.
O2 Telefónica hat bereits eine Kooperation mit dem europäischen Satellitenunternehmen OQ Technology gestartet, um in Mecklenburg-Vorpommern die Netzabdeckung zu testen. Die Versuche sollen Anfang 2027 beginnen und nutzen Standard-Mobilfunkfrequenzen, die mit herkömmlichen Smartphones kompatibel sind – spezielle Endgeräte sind damit nicht nötig.
OQ Technology plant einen raschen Ausbau seines Netzes: Bis Ende 2027 sollen 48 Satelliten im Orbit sein, die alle 30 Minuten eine Aktualisierung der Abdeckung ermöglichen. Bereits 2024 startet eine neue Satellitengeneration, die bidirektionale Kommunikation unterstützt. Bis 2028 oder 2029 will das Unternehmen 150 Satelliten betreiben und so einen durchgehenden Dienst für datenintensive Anwendungen gewährleisten.
Unterdessen setzt die Deutsche Telekom auf eine Partnerschaft mit Starlink, um die Netzversorgung in abgelegenen Regionen zu verbessern. Ab 2028 soll die Zusammenarbeit erste Ergebnisse liefern. Auch Vodafone kooperiert mit AST SpaceMobile, allerdings steht hier noch kein konkreter Starttermin fest.
Der Vorstoß zu satellitengestützten Mobilfunknetzen wird nicht nur Funklöcher verringern, sondern auch die Katastrophenhilfe beschleunigen. Die Tests von O2 im Jahr 2027 markieren den ersten Schritt – eine flächendeckende Abdeckung wird bis zum Ende des Jahrzehnts erwartet. Alle Projekte basieren auf europäischer Infrastruktur, sodass die Daten in der Region bleiben.






