Sexismus-Debatte im Fußball: Wie RB Leipzig für Trainerin Marie-Louise Eta einsteht
Jonas SchmidtSexismus-Debatte im Fußball: Wie RB Leipzig für Trainerin Marie-Louise Eta einsteht
Ein Austausch in den sozialen Medien zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Union Berlin hat erneut das anhaltende Problem des Sexismus im Fußball ins Rampenlicht gerückt. Der Streit begann, nachdem Leipzig einen Beitrag mit Marie-Louise Eta teilte, der ersten Trainerin in der Geschichte der deutschen Männer-Bundesliga. Der Verein verteidigte ihre Position, sah sich aber gleichzeitig mit Kritik einiger Nutzer konfrontiert.
Der Vorfall eskalierte, als RB Leipzig auf einen Tweet von Union Berlin reagierte – allerdings nicht mit einer direkten Antwort, sondern indem der Club ein von Eta erstelltes Fotoset neu veröffentlichte. Die Collage dokumentierte ihr Praktikum bei Leipzig im Jahr 2022 und zeigte sie bei der Beobachtung von Trainingseinheiten, im Austausch mit Spielern wie Dominik Szoboszlai und Emil Forsberg sowie bei einem Treffen mit dem damaligen Cheftrainer Marco Rose. Der dazugehörige Kommentar lautete: "Euer Cheftrainer fand nicht nur die Stadt ganz nett…"
Eta hatte das Praktikum im Rahmen ihrer UEFA-Pro-Lizenz-Ausbildung Ende 2022 absolviert. Während ihrer Zeit in Leipzig tauchte sie tief in den Vereinsalltag ein und tauschte sich mit Mitarbeitern und Spielern aus. Später bekräftigte der Club seine Haltung gegen Sexismus und betonte, dass dieser bei RB Leipzig keinen Platz habe. Gleichzeitig äußerte man die Vorfreude auf ihre Rückkehr.
Trotz der Unterstützung durch Leipzig löste der Beitrag bei einigen Nutzern in den sozialen Medien sexistische Vorwürfe aus. Union Berlin lehnte eine Stellungnahme zum Vorfall ab. Eta, die als erste Frau ein Männer-Team in der Bundesliga trainiert, war bereits zuvor nach ihrer Berufung mit Online-Hass konfrontiert worden.
RB Leipzigs Beitrag diente sowohl als Verteidigung Etas als auch als klares Statement gegen Sexismus im Fußball. Die Reaktion des Vereins erfolgte nach Kritik an ihrer Ernennung und unterstrich erneut das Bekenntnis zu Vielfalt und Inklusion. Unterdessen setzt Eta ihre bahnbrechende Arbeit fort – begleitet von anhaltender öffentlicher Beobachtung.






