SVIK stockt: Warum 500 Milliarden Euro für Infrastruktur kaum fließen
Jonas SchmidtSVIK stockt: Warum 500 Milliarden Euro für Infrastruktur kaum fließen
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK): Stockende Umsetzung im ersten Jahr
Das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) kommt in seinem ersten Jahr nur langsam voran. Bis Ende 2025 befanden sich die meisten Vorhaben noch in der Planungsphase statt in der aktiven Umsetzung. Das mit 500 Milliarden Euro ausgestattete Programm soll über zwölf Jahre hinweg Verkehr, Energie und digitale Netze modernisieren.
Von den Mitteln fließen 300 Milliarden Euro in Bundesprojekte wie Straßen, Schienen und Energienetze. Weitere 100 Milliarden Euro sind für den Klimaschutz- und Transformationsfonds vorgesehen. Trotz des großen Volumens wurden jedoch nur 24 Milliarden Euro der für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro ausgegeben – über 13 Milliarden Euro blieben ungenutzt.
Bis Dezember 2025 steckten zwei Drittel der SVIK-geförderten Projekte noch in frühen Phasen. Nur ein Drittel war in die Umsetzung übergegangen. Der durchschnittliche Fortschrittsgrad der Initiativen lag bei 54 Prozent. Allerdings sicherte die Regierung 87,6 Milliarden Euro an verbindlichen Zusagen für künftige Vorhaben.
Auch die Militärausgaben steigen im selben Finanzrahmen deutlich an. Die Beschaffungsbudgets klettern von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 103,5 Milliarden Euro bis 2029. Dies folgt dem Beschluss der Koalition vom März 2025, die Schuldenbremse im Grundgesetz zu lockern und Ausnahmen für bestimmte Ausgaben zuzulassen.
Die Staatsverschuldung ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen: Innerhalb von fünf Jahren stieg sie von 1,9 Billionen Euro auf über 2,5 Billionen Euro – das entspricht mittlerweile fast 30.000 Euro pro Kopf.
Die Regierung erwartet durch die Investitionen einen kurzfristigen Wirtschaftswachstumseffekt von etwa 0,5 Prozent. Doch die zögerliche Auszahlung der SVIK-Mittel und die steigende Verschuldung zeigen die Herausforderungen auf. Um die ehrgeizigen Ziele des Programms zu erreichen, muss die Umsetzung nun deutlich beschleunigt werden.






