28 March 2026, 18:20

Thailands Tiger zwischen Wildnis-Erfolg und Tierpark-Skandal

Buchumschlag von "The Jungle Book" von Rudyard Kipling mit einer realistischen Illustration eines Tigers.

Thailands Tiger zwischen Wildnis-Erfolg und Tierpark-Skandal

Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tiger Parks in Pattaya, wo Touristen auf Tuchfühlung mit den großen Raubkatzen gehen. Doch hinter den Kulissen wachsen die Sorgen um das Wohl der gefangenen Tiger – und um den eklatanten Gegensatz zwischen Thailands Erfolgen im Artenschutz und den Zuständen in kommerziellen Tierparks.

Im Park döste die einjährige Tigerin Nivea auf einer Holzplattform. Besucher, darunter eine chinesische Familie, wurden eingeladen, ihr über das Fell zu streichen und sich mit ihr zu fotografieren. Der Vater hatte seinen Sohn mitgebracht, um einen Tiger aus nächster Nähe zu erleben – ahnungslos darüber, mit welchen Methoden die Tiere so zahm gemacht werden. Berichten zufolge werden die Tiger bereits im Jungtieralter "gebrochen", unter anderem mit brutalen Maßnahmen wie Schlägen mit Metallstangen, falls sie nicht gehorchen.

Unterdessen zeigen Thailands wildlebende Tiger Anzeichen einer Erholung. Schätzungsweise 200 Tiere streifen mittlerweile durch geschützte Gebiete – ein Erfolg, der auf verschärfte Anti-Wilderer-Patrouillen und den Erhalt ihres Lebensraums zurückgeht. 2026 fing sogar eine Wildkamera ein Jungtier namens Gamma ein, ein Hoffnungsschimmer für die langsam wachsende Population. Die Schutzmaßnahmen orientieren sich an erfolgreichen Modellen aus Indien, Nepal und Bhutan, wobei eine konsequentere Strafverfolgung im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel eine zentrale Rolle spielt.

Doch die Haltung von Tigern in Gefangenschaft steht zunehmend in der Kritik. 2023 starben in zwei Einrichtungen im Norden Thailands 72 Tiger an Staupe und bakteriellen Infektionen. Tierschutzorganisationen wie PETA Asien bezeichneten die Todesfälle als "absehbare Tragödie" und warfen den Parkbetreibern vor, Profit über Artenschutz zu stellen. Aktivisten argumentieren, dass solche Parks Tiger lediglich für Unterhaltungszwecke ausbeuten – ohne jeden Nutzen für die wildlebenden Bestände.

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Thailands wilde Tiger erholen sich allmählich dank besserer Schutzmaßnahmen und gezielter Artenschutzstrategien. Doch das Schicksal der Tiere in Gefangenschaft bleibt umstritten, während Tierschützer strengere Regulierungen fordern. Der Kontrast zwischen blühenden Reservaten und problematischen Tierparks verdeutlicht den anhaltenden Spannungsbogen zwischen Tourismus, Ethik und dem Überleben der Arten.

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