Vom Gefängnis zum lebendigen Quartier: Braunschweigs Rennelberg bekommt neue Visionen
Anton HuberVom Gefängnis zum lebendigen Quartier: Braunschweigs Rennelberg bekommt neue Visionen
Das ehemalige Gefängnis Rennelberg in Braunschweig könnte bald zu einem lebendigen Stadtviertel werden. Studierende des Instituts für Städtebau der TU Braunschweig haben nun frische Vorschläge für die Umgestaltung des Geländes und seiner Umgebung präsentiert. Ihre Entwürfe sind noch bis zum 20. Mai im historischen Rathaus ausgestellt.
Das Projekt startete Ende 2018, als der Verwaltungsausschuss der Stadt Pläne billigte, eine Entwicklungsstrategie für das Areal zu erarbeiten. Seither haben die Studierenden Möglichkeiten erkundet, wie das Gefängnisgelände und das umliegende Land neu genutzt werden können. Ihre Entwürfe wurden kürzlich vorgestellt, doch mit Baumaßnahmen wird erst begonnen, sobald der Verkauf des Grundstücks abgeschlossen ist.
Drei Vorschläge stachen im Wettbewerb besonders hervor. Den ersten Platz belegte das Konzept Von Mauern zu Gemeinschaft von Franziska Heininger und Johannes Quirin, das das Gefängnis als offenes Nachbarschaftsquartier neu denkt. Im Mittelpunkt ihres Plans steht ein großer Platz, eingerahmt von symmetrischen Wegen, der als kreativer Treffpunkt für die Gemeinschaft dienen soll.
Adriana Gens und Mareike Meier erreichten mit Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen den zweiten Platz. Ihre Vision zielt darauf ab, die abgeschlossene Atmosphäre des Geländes aufubrechen – durch weitläufige Innenhöfe und einen Klimawald-Park entlang einer zentralen Promenade. Sarah Suttner López und Robert Sievert erhielten für Nachbarschaft statt Gefängnis den dritten Preis. Ihr Entwurf sieht einen neuen Kanal (Rennelbergtwete), einen öffentlichen Platz (Rennelbergplatz) sowie eine Quartiersgalerie vor, die Teile des alten Gefängnisses erhält und gleichzeitig kleinteilige Entwicklungen fördert.
Bevor die Umgestaltung beginnt, übernimmt das Gefängnis noch einmal eine neue Rolle: Im Juni wird das Gelände das Theaterformen-Festival beherbergen und die ehemalige Justizvollzugsanstalt für kurze Zeit in einen kulturellen Veranstaltungsort verwandeln.
Die studentischen Entwürfe bleiben bis zum 20. Mai im Rathaus zu sehen. Langfristig strebt die Stadt an, das gesamte Areal zu einem gemischten Stadtquartier umzugestalten – doch der Fortschritt hängt vom noch ausstehenden Verkauf des Geländes ab. Bis dahin bietet das Festival einen ersten Eindruck vom Potenzial des Ortes, bevor sich dauerhafte Veränderungen abzeichnen.






