Warum internationale MINT-Studierende in Deutschland oft scheitern – und wie sie bleiben können
Jonas SchmidtWarum internationale MINT-Studierende in Deutschland oft scheitern – und wie sie bleiben können
Deutschland bleibt Spitzenziel für internationale Studierende – besonders in MINT-Fächern
Deutschland ist für internationale Studierende nach wie vor ein bevorzugtes Ziel, vor allem in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik. Doch viele haben Schwierigkeiten, nach dem Abschluss in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Eine neue Studie zeigt, welche Faktoren ihre Chancen erhöhen, langfristig im Land zu bleiben und zu arbeiten.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland konzentriert sich auf MINT-Fächer. Dennoch sind nur bei 15 Prozent der Studiengänge verpflichtende Deutschkurse integriert. Sprachkenntnisse erweisen sich jedoch als entscheidend: Selbst in englischsprachigen Positionen verbessern gute Deutschkenntnisse die Jobaussichten deutlich.
Die Studie belegt zudem, dass praktische Erfahrungen einen Unterschied machen. Studierende, die Praktika absolvieren, ihre Abschlussarbeit in Kooperation mit Unternehmen schreiben oder jobspezifische Tätigkeiten ausüben, haben eine 84 Prozent höhere Chance, eine Anstellung zu finden. Dagegen verringern nicht fachbezogene Nebenjobs ihre Aussichten um etwa 28 Prozent.
Viele Studierende kommen mit kurzfristigen Plänen nach Deutschland, bleiben aber länger. Rund 26 Prozent der Befragten wollten ursprünglich nur vorübergehend bleiben, entschieden sich nach dem Berufseinstieg jedoch für einen längeren Aufenthalt. Wer über ein Hochschulstudium einwandert, strebt 1,6-mal häufiger eine dauerhafte Niederlassung an als andere Migrantengruppen. Absolventen deutscher Hochschulen haben zudem dreimal bessere Jobchancen als Zuwanderer, die direkt zur Arbeit einreisen.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland mit einem wachsenden Fachkräftemangel konfrontiert ist. Aktuell fehlen rund 148.500 MINT-Fachkräfte, und Prognosen zufolge werden in den nächsten zehn Jahren weitere 1,85 Millionen Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt verlassen.
Die Studie unterstreicht, wie wichtig Sprachkompetenz und berufsrelevante Erfahrungen für internationale Studierende sind. Wer während des Studiums praktische Qualifikationen erwirbt, hat deutlich bessere Chancen auf einen Job und einen Verbleib in Deutschland. Angesichts des schrumpfenden Arbeitsmarkts und der hohen Nachfrage nach MINT-Fachkräften könnten diese Absolventen eine Schlüsselrolle bei der Schließung kritischer Lücken spielen.






