Wolfsburgs italienisches Schulprogramm droht das Aus – Eltern kämpfen zurück
Jonas SchmidtWolfsburgs italienisches Schulprogramm droht das Aus – Eltern kämpfen zurück
Zweisprachiges Deutsch-Italienisch-Programm an Wolfsburgs Leonardo-da-Vinci-Schule vor drastischen Kürzungen
An der Leonardo-da-Vinci-Schule in Wolfsburg steht das bilingualer Deutsch-Italienisch-Programm vor erheblichen Einschnitten. Ab dem nächsten Schuljahr soll nur noch eine zweisprachige Klasse erhalten bleiben. Die Entscheidung hat Widerstand ausgelöst – eine Online-Petition verzeichnete innerhalb von nur vier Tagen bereits über 550 Unterschriften.
Wolfsburg, eine Stadt in Niedersachsen, pflegt seit langem enge Beziehungen zu Italien. In den 1960er-Jahren kamen rund 60.000 italienische Arbeitsmigranten in die Region und prägten das lokale Kulturleben nachhaltig. Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Gesamtschule knüpft an dieses Erbe an und bietet einen zweisprachigen Deutsch-Italienisch-Zweig an.
Laut dem aktuellen Schulentwicklungsplan der Stadt sind die meisten bilingualen Programme in Wolfsburg zu über 70 Prozent ausgelastet. Lediglich der italienischsprachige Zweig der Leonardo-da-Vinci-Schule liegt unter dieser Marke. Daher planen die Behörden eine Reduzierung des Angebots: Ab dem kommenden Schuljahr soll nur noch eine zweisprachige Klasse fortgeführt werden.
Eltern und Lehrkräfte haben daraufhin eine Petition gestartet, in der sie fordern, im Schuljahr 2026/27 zumindest zwei italienisch-bilinguale Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe zu erhalten. Die Unterzeichner richten sich direkt an die Wolfsburg Stadtverwaltung und Schulbehörden mit der Aufforderung, die Entscheidung zurückzunehmen. Die Befürworter argumentieren, dass frühe zweisprachige Bildung nachhaltige Vorteile bietet und für künftige Schülergenerationen bewahrt werden müsse.
Binnen weniger Tage hat die Petition bereits mehr als 550 Unterstützer gefunden. Sollten die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, bleibt an der Schule nur eine einzige bilingualer Klasse übrig. Die Entscheidung wird zeigen, ob Wolfsburg sein langjähriges italienisches Bildungsangebot aufrechterhält.






