08 May 2026, 06:15

Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung in der Paketbranche auf – Amazon, Hermes & Co. betroffen

Plakat mit der Überschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist: Der obere zeigt die Route der US-Geldkurier, und der untere zeigt ihre Standorte mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung in der Paketbranche auf – Amazon, Hermes & Co. betroffen

Deutsche Zollbehörden haben eine großangelegte Razzia gegen Arbeitsrechtsverstöße in der Paketzustellbranche gestartet. Mehr als 2.900 Beamte führten Kontrollen bei Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD durch. Bei der Aktion wurden flächendeckende illegale Beschäftigung und Ausbeutung unter Subunternehmer-Fahrern aufgedeckt.

Die Inspektionen förderten schwerwiegende Verstöße in der gesamten Branche zutage. So arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis. Viele Fahrer besaßen ihre Fahrzeuge nicht selbst, sondern wurden gezwungen, sie zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu leasen.

Arbeitszeiten wurden oft nicht vergütet, sodass die Verdienste unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde lagen. Manche Beschäftigte wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie tatsächlich arbeiteten. Die Zollbehörden dokumentieren solche Missstände seit Jahren, doch die jüngste Aktion zeigt ihr Ausmaß besonders deutlich.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat strengere Kontrollen gegen illegale Praktiken angekündigt. Unterdessen fordert die Gewerkschaft Verdi ein vollständiges Verbot von Subunternehmer-Verträgen in der Paketzustellung. Die Abhängigkeit der Branche von Drittfirmen steht seit Langem in Verbindung mit Ausbeutung und Schwarzarbeit.

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Die Ergebnisse bestätigen strukturelle Probleme im deutschen Zustellnetz. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, die Arbeitsgesetze konsequenter durchzusetzen. Die Forderung der Gewerkschaft nach einem Subunternehmer-Verbot spiegelt die wachsende Sorge um die Rechte der Beschäftigten in der Branche wider.

Quelle