250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Jonas Schmidt250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Prominente und Aktivistinnen, die dringende Rechtsreformen vorantreiben. Ihre Forderungen reichen von neuen Straftatbeständen bis hin zu strengeren digitalen Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch.
Zu den Vorschlägen des Bündnisses gehört die Einführung von Feminizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Zudem fordern sie ein "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht, das besagt, dass Schweigen oder fehlender Widerstand nicht mehr als Zustimmung gewertet werden darf.
Eine weitere zentrale Forderung ist ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Kleidung digital von Fotos entfernen, ohne dass die Betroffenen zustimmen. Die Gruppe verlangt außerdem die Strafbarkeit sexualisierter Deepfake-Inhalte, bei denen KI genutzt wird, um gefälschtes explizites Material zu erstellen oder zu verbreiten.
Die Bundesregierung hat mit Plänen für ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt reagiert, das Anfang 2026 in Kraft treten soll. Nach dem Entwurf könnten die Erstellung oder Verbreitung sexualisierter Deepfakes sowie unerlaubtes Tracking mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Der Vorschlag folgt auf Skandale wie den Fall Fernandes-Ulmen und steht im Einklang mit einer EU-Richtlinie, die Deutschland verpflichtet, die Weitergabe von Nacktaufnahmen bis 2027 unter Strafe zu stellen. Aktuelle Berichte nennen jedoch keine weiteren Maßnahmen gegen männliche Gewalt oder die Einführung von Feminizid als spezifischen Straftatbestand.
Zu den Unterzeichnerinnen zählen SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Der Gesetzentwurf durchläuft derzeit die Ressortabstimmung; die Umsetzung ist bis März 2026 geplant.
Die von der Regierung vorgeschlagenen digitalen Schutzmaßnahmen stellen einen Schritt dar, um einige Anliegen des Bündnisses anzugehen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, drohten bei Deepfake-Missbrauch und unerlaubtem Tracking härtere Strafen. Weitere Forderungen – etwa die Anerkennung von Feminizid als eigenständiger Straftatbestand – bleiben in den aktuellen Gesetzesplänen jedoch unberücksichtigt.






