10 February 2026, 02:27

29.100 Bremer Vollzeitkräfte verdienen Löhne unter der Armutsgrenze

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Menschen in Armut und die Armutsquote von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem Text.

29.100 Bremer Vollzeitkräfte verdienen Löhne unter der Armutsgrenze

Tausende Vollzeitbeschäftigte in Bremen kämpfen trotz fester Anstellung darum, über die Runden zu kommen. Rund 29.100 Menschen in der Stadt verdienen Löhne auf Armutsniveau – viele von ihnen arbeiten in Restaurants, Hotels oder der Lebensmittelbranche. Die steigenden Lebenshaltungskosten verschärfen die Situation zusätzlich und führen zu Forderungen nach höheren Löhnen und sofortiger finanzieller Entlastung.

Ein aktueller Bericht zeigt, dass 16 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Bremen weniger als 2.344 Euro brutto im Monat verdienen – die offizielle Grenze für Niedriglöhne. Besonders betroffen sind Beschäftigte in der Gastronomie, in Bäckereien und Metzgereien, die oft weit unter dem liegen, was für die Deckung grundlegender Ausgaben nötig wäre. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert daraufhin eine Lohnerhöhung von zehn Prozent für diese Arbeitnehmer:innen.

Zusätzlich verlangt die NGG einen Inflationsausgleichsbonus von bis zu 3.000 Euro, um Geringverdienern bei explodierenden Energie- und Lebensmittelpreisen zu helfen. Ihre Argumentation ist klar: Vollzeitarbeit muss einen angemessenen Lebensstandard sichern – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Gleichzeitig zeigen bundesweite Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass zwar der Mindestlohn bis 2026 auf 13,90 Euro steigen wird, Mini-Jobs davon aber weit stärker betroffen sein werden als Vollzeitstellen.

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Nur fünf Prozent der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjobs werden von der Erhöhung profitieren, während es bei Mini-Jobs 39 Prozent sind. In der Landwirtschaft und Gastronomie bleibt Unterbezahlung besonders verbreitet.

Die Forderung nach höheren Löhnen in Bremen kommt zu einer Zeit, in der Geringverdiener unter wachsendem finanziellen Druck stehen. Da fast jeder sechste Vollzeitbeschäftigte unter der Niedriglohngrenze verdient, könnte die Kampagne der NGG für Tausende konkrete Verbesserungen bringen. Das Ergebnis könnte auch die bundesweite Debatte über faire Bezahlung prägen.