AfD in Sachsen-Anhalt fordert außerordentlichen Parteitag vor Landtagswahl 2026
Jonas SchmidtAfD in Sachsen-Anhalt fordert außerordentlichen Parteitag vor Landtagswahl 2026
Mitglieder des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt drängen auf einen außerordentlichen Parteitag. Rund 150 Aktivisten haben einen Antrag unterzeichnet, der mehr Transparenz und eine interne Debatte fordert. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Partei auf die Landtagswahlen 2026 vorbereitet – und zwar unter wachsendem politischem Druck.
In dem Antrag heißt es, nur ein vollständiger Parteitag könne Fragen der Verantwortlichkeit klären und den Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund absichern. Die Unterstützer fordern zudem eine offene Diskussion über jüngste Spannungen sowie die Einrichtung eines Ethikausschusses. Sie sind überzeugt, dass dies zur Beilegung von Konflikten beitragen und die Partei hinter einer klareren Strategie vereinen könnte.
Für die Einberufung eines solchen Parteitags ist die Unterstützung von mindestens vier Kreisverbänden erforderlich. Ungewiss bleibt, ob die Unterzeichner genug Rückhalt mobilisieren können. Anders als bei früheren Kontroversen gab es diesmal keinen direkten Auslöser in Form neuer Skandale. Stattdessen drehen sich die Debatten um den Führungswechsel in der CDU, wo Reiner Haseloff im Januar 2026 von Sven Schulze abgelöst wird – noch vor der Wahl im September.
Der Vorstoß spiegelt eine breitere Unzufriedenheit unter der Basis wider. Viele Mitglieder fordern mehr Mitsprache, während die inneren Gräben tiefer werden. Angesichts der anstehenden Wahl 2026 steht die AfD vor der Herausforderung, geschlossen aufzutreten.
Sollte der Antrag durchkommen, könnte der Parteitag die Ausrichtung der AfD in Sachsen-Anhalt neu prägen. Der geplante Ethikausschuss soll Stabilität und Glaubwürdigkeit in der Partei wiederherstellen. Ob es dazu kommt, hängt nun davon ab, ob sich die Kreisverbände hinter die Initiative stellen.
