02 April 2026, 08:18

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und NATO spaltet die Partei

Eine Plakatkarte des Sowjetisch-Finnischen Krieges (1939–1940), die das Ausmaß des Konflikts mit detaillierten Textanmerkungen zeigt.

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und NATO spaltet die Partei

Ein erbitterter innerparteilicher Streit über die Außenpolitik erschüttert die deutsche Rechtspopulistenpartei AfD. Die einst russlandfreundliche und später an Donald Trump orientierte Partei ist nun tief gespalten in ihrer Haltung zu den USA und zur NATO. Aktuelle Auseinandersetzungen zwischen führenden Vertretern haben Gräben offenbart, die den Zusammenhalt der Partei gefährden könnten.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Forderung nach einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland – ein Vorstoß, der bei einigen Mitgliedern, darunter dem verteidigungspolitischen Sprecher Rüdiger Lucassen, auf scharfe Ablehnung stößt.

Das Verhältnis der AfD zu den USA hat sich seit ihrer Gründung 2013 dramatisch gewandelt. Anfangs noch russlandnah unter Wladimir Putin, näherte sich die Partei später Trump an, besonders nach dessen Wiederwahl 2024. Doch die Begeisterung verebbte, als Trumps Eskalation im Iran-Konflikt 2026 von AfD-Spitzenpolitikern als völkerrechtswidrig kritisiert wurde. Die Spaltung vertiefte sich, als etwa Co-Parteichef Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen forderte, während andere wie der Abgeordnete Maximilian Krah betonten, Deutschland brauche "starke Partner".

Der jüngste Eklat entstand, als Lucassen, ein entschiedener Befürworter westlicher Bündnisse, der prorussischen Fraktion um Björn Höcke vorwarf, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassens Position, dass Russland die größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke darstelle, macht ihn innerhalb der eigenen Reihen zur Zielscheibe. Gleichzeitig verfasste der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck während der Iran-Krise eine proamerikanische Erklärung – doch Parteichefs Alice Weidel und Chrupalla blockierten deren Veröffentlichung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kontroverse wurde zusätzlich durch Martin Sellners "Remigrations"-Pläne angeheizt, die selbst deutsche Staatsbürger betreffen könnten. Der Vorschlag dominiert die Debatten darüber, ob die AfD verfassungsfeindliche Positionen vertritt. Krah argumentiert, die extremen Standpunkte der Partei hätten die politische Isolation nur verstärkt, die ihr von anderen Parteien auferlegt werde – und erschweren es ihr, geschlossen aufzutreten.

Die AfD steht nun an einem Scheideweg, da es der Führung nicht gelingt, sich von polarisierenden Figuren wie Sellner zu distanzieren. Der Streit um US-Truppen und NATO-Mitgliedschaft hat Risse offenbart, die sich weiter vertiefen könnten. Während sich führende Mitglieder öffentlich widersprechen, bleibt die künftige Ausrichtung der Partei – und ihr innerer Zusammenhalt – ungewiss.

Quelle