Albaniens umstrittenes Luxusressort bedroht Europas ersten Wildfluss-Nationalpark
Jana SimonAlbaniens umstrittenes Luxusressort bedroht Europas ersten Wildfluss-Nationalpark
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit wegen eines umstrittenen Bauprojekts im Fokus. Die Regierung räumte einem Unternehmen, das mit Jared Kushner in Verbindung steht, Sonderrechte ein – und umging damit Umweltprüfungen für ein Luxusressort auf einer geschützten Insel.
Das Vjosa-Narta-Delta, das 2023 zum ersten Wildfluss-Nationalpark Europas erklärt wurde, beherbergt seltene Rosaflamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Die Pläne für das Resort lösten Proteste aus, bei denen Demonstranten mit pinkfarbenen Flamingo-Ausschnitten winken – eine Bewegung, die als „Flamingo-Revolution“ bekannt wurde.
Ministerpräsident Edi Rama warf dem Iran vor, die Unruhen zu schüren, und sprach von Cyberterrorismus. Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares NATO-Mitglied, hat Tausende iranische Exilanten der Volksmudschaheddin-Gruppe aufgenommen, die sich gegen die Regierung in Teheran stellt.
Jared Kushner, der Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump, plant den Bau eines Milliardenprojekts auf der Insel – falls Trump die nächste Wahl gewinnt. Seine Investmentfirma Affinity Partners wurde gegründet, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken. Die EU, die Albanien bereits wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit kritisiert, könnte die Regierung nun für die Entscheidung zur Rechenschaft ziehen.
Das Projekt hat bereits öffentlichen Widerstand und politische Spannungen ausgelöst. Umweltschützer warnen vor Schäden für das fragile Ökosystem des Deltas. Die beschleunigte Genehmigung des Baus steht nun sowohl bei lokalen Aktivisten als auch bei internationalen Beobachtern in der Kritik.






