30 March 2026, 16:24

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera-Premiere in Berlin

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Musikinstrumenten und Sitzgelegenheiten vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera-Premiere in Berlin

An der Berliner Staatsoper feierte am Wochenende eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Die Aufführung mit der Sopranistin Anna Netrebko löste sowohl Beifall als auch Proteste aus. Vor dem Opernhaus versammelten sich Demonstranten, um gegen ihre angeblichen politischen Verbindungen zu protestieren.

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Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Oper zeigte Netrebko in der Rolle der Amelia. Villalobos integrierte Elemente der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmte Szenen und fügte Verdi-Klassiker damit eine moderne Ebene hinzu. Die Produktion selbst erhielt viel Beifall für Musik und Darbietungen.

Draußen skandierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Kritiker bringen Netrebko seit Langem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung – unter anderem wegen ihrer früheren öffentlichen Auftritte in Moskau und ihrer anfänglichen Zurückhaltung, die ukrainische Invasion 2022 klar zu verurteilen. Seither erlebte ihre Karriere in der deutschsprachigen Opernwelt weitreichende Absagen, etwa an der Wiener und der Berliner Staatsoper, auch wenn sie international vereinzelt ein Comeback feierte.

Trotz der Kontroversen erhielt Netrebko während der Vorstellung begeisterten Applaus. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verwies darauf, dass sich die Sängerin öffentlich von Russland distanziert habe und seit Anfang 2022 nicht dorthin zurückgekehrt sei. Netrebko besitzt sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft und trat bereits früher in Berlin auf – doch ihre politische Haltung bleibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter umstritten.

Die Premiere fand wie geplant statt: Netrebkos Auftritt wurde künstlerisch gefeiert, während die Proteste draußen die anhaltenden Spannungen um ihre wahrgenommenen politischen Verstrickungen unterstrichen. Die Staatsoper verteidigte unterdessen die Entscheidung, sie in das Weihnachtsprogramm aufzunehmen.

Quelle